Sr. M. Judith Kaupp feiert ihr 60-jähriges Jubiläum. Sie schreibt:
Beim Klostereintritt war ich grundsätzlich bereit, dorthin zu gehen, wo ich gebraucht wurde.
In der Verwaltung gab es Bedarf, und da ich bei einem Steuerberater gelernt hatte, legte es sich nahe, mich im Büro einzusetzen.
Bis zur Stiftungsgründung 1991 war ich in der Personal- und Finanzverwaltung tätig, danach in der Ordensverwaltung. Von 1991 bis 2002 war ich Generalvikarin und lebte knapp 7 Jahre im Formationskonvent und war für die Ordensausbildung zuständig. Es war nicht einfach, mich diesen Herausforderungen zu stellen. Aber es war eine gute Zeit, und ich habe viel dazugelernt.
Die schwierigste Aufgabe war die Annahme des Amtes der Generaloberin im Jahre 2002
Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich weder die Aufgabe im Formationskonvent noch das Leitungsamt angenommen. Beides war mir zwei „Schuhnummern“ zu groß. Aber vom Glauben und meinem Gehorsamsverständnis her bin ich dieses Wagnis eingegangen – im Vertrauen auf Gottes Hilfe.
Der Oberbürgermeister der Stadt Schramberg hat mir nach der Wahl geschrieben: „Ich denke, dass Ihnen Ihr Glaube die Aufgabe einfacher macht und Gott Ihnen zur Seite steht.“ So war es. Ich erlebte viel Hilfe von „oben“ und Hilfe von Mitschwestern und von den Verantwortlichen in der Stiftung St. Franziskus.
Nach meiner Amtszeit von 2013 – 2023 war ich im Pflegekonvent als Konventoberin eingesetzt. Ich bin ich dadurch „vom Kopf ins Herz“ gekommen!
Auch heute noch lebe ich im Konvent und bringe mich nach meinen Möglichkeiten ein.
Gerne nehme ich mit den Schwestern zusammen die Anliegen und Sorgen der Menschen stellvertretend ins Gebet.
Wenn ich mich heute frage, wie nun meine Beziehung zu Jesus Christus ist, dann ist immer noch die Sehnsucht nach einer Vertiefung da, d.h. es ist noch „Luft nach oben“. Den Fußspuren Jesu folgen ist kein Spaziergang, aber trotzdem möchte ich Jesus auf seinem nicht leichten Weg nachfolgen, weil Er es wert ist. Gott ist treu -, das habe ich in meinem Ordensleben erfahren. Dafür bin ich dankbar, und ich kann die Treue Gottes bezeugen. Und oft hat mich auch der Glaube der Gemeinschaft mitgetragen. Eines meiner beliebten Gebete ist die 3. Str. vom Sa-Komplet-Hymnus: „Christus, an dir halt ich fest mit der ganzen Kraft meiner Seele. Dich, Herr, lieb‘ ich allein, suche dich, folge dir nach!“
