
Sr. M. Angelika Pitz wurde am 08. Juli 1943 in Nagykovácsi, Ungarn geboren. Sie wuchs auf in Seckenheim/Baden. Sie trat am 21. Mai 1967 in die Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Heiligenbronn ein. Dort legte sie am 25. März 1969 ihre Profess ab. Sie ging heim zu ihrem Schöpfer und Herrn am
02. April – dem Geburtstag unseres Gründers David Fuchs – im 83. Lebensjahr und im 58. Jahr ihrer Ordensprofess.
Sr. Angelika erblindete als Kleinkind auf der Flucht von Ungarn nach Deutschland. Nach dem Eintritt ihrer leiblichen Schwester Margitta ins Kloster Heiligenbronn, reifte in ihr der Entschluss, ebenfalls in die Gemeinschaft einzutreten.
Im Kloster arbeitete sie in der Blindenschule als Schreibhilfe. Sie gab Nachhilfe und unterrichtete Klavier und Blindenschrift. In Treue tat sie viele Jahre ihren Dienst als Organistin in der Hauskapelle und in der Wallfahrtskirche St. Gallus.
Sie sang im Kirchenchor und in der Schwesternschola mit und berührte die Herzen der Zuhörenden mit ihrer hohen und klaren Stimme.
Nach mehreren Schlaganfällen lebte Sr. Angelika ab Dezember 2012 im Pflegekonvent des Klosters. Sie war ganz auf Hilfe angewiesen, war halbseitig gelähmt, konnte nicht mehr sprechen und schlucken. War sie anfangs noch im Rollstuhl auf dem Gelände zu treffen, so konnte sie zunehmend das Bett nicht mehr verlassen.
Sie freute sich an Begegnungen, an der Musik, an Gegenständen, die sie tasten konnte. Sie konnte es genießen, wenn die Schwestern, ihre Verwandten und Freunde an ihren Namenstagen und Geburtstagen ihr gratulierten und ein Ständchen sangen.
Besondere Momente waren für sie die Besuche von „Nala“ – der Hündin einer Mitarbeiterin auf der Pflegestation.
Trotz ihrer großen Einschränkungen war spürbar, wie gerne Sr. Angelika lebte, wie sie innerlich teilnahm an den Festen und Anliegen der Gemeinschaft.
Vor Jahren antwortete sie auf die Frage, was ihr im Leben wichtig war und ist:
Jesus war und ist immer mein Halt. Von Ihm weiß ich mich getragen und gehalten.
Ihr Wort aus dem Matthäusevangelium von der Ewigen Profess hat sich ihr mit den Jahren tiefer erschlossen: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht Mt 11,28-30
Im Blick auf ihr 40-jähriges Jubiläum 2009 sagte sie: Mein tiefster Wunsch ist eine immer tiefere Vereinigung mit Jesus. 14 Jahre lang lebte sie diese Vereinigung in einer Weise, die für uns ein Geheimnis ist.
Das Requiem findet am Mittwoch, 08. April um 14.30 Uhr in der Hauskapelle der Schwestern statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Schwesternfriedhof.
Wir sind dankbar für das Leben von Sr. Angelika – für ihren Dienst und ihr Zeugnis, gerade in den letzten Jahren ihres Lebens. Nun kann sie die Liebe Gottes von Angesicht zu Angesicht schauen – die Liebe Gottes, die uns in ihr begegnet ist.