Jubiläumsjahr

Impuls zum Heiligenbronner Wallfahrtslied

Neujahrsempfang am 20. Januar 2007 mit dem Dekanat Rottweil und Weihbischof Thomas Maria Renz

Kirchenkonzert am 18.März 2007

Programm des Kirchenkonzertes

aus der Berichterstattung Schwarzwälder Bote vom 20.3.07

Vortrag von Caritas-Generalsekretär Professor Dr. Georg Cremer

David Fuchs - das Spiel mit dem Leben

Bewegende Szenen - Aufrüttelnde Stimmen aus dem Hintergrund

Professionelles Format - Publikum würdigt Rudi Schäfers Leistung

Liedtexte aus dem Musiktheater

Stimmen zum Musiktheater

Mitwirkende beim Musiktheater

"Von der Quelle bewegt"

Ausstellung "Von der Quelle bewegt"

Zwischenbericht zur historischen Ausstellung "Von der Quelle bewegt"

Rückblick

Pressebericht zum Ende der historischen Ausstellung

Tag der offenen Tür

Schwesternbereich

Kreativgarten

Haus Lebensquell und Bienenhaus

Werkstatt

Förder- und Betreuungsbereich

Förderzentrum Hören - Kirche - historische Ausstellung

Eisenbahn

Förderzentrum Sehen

Programm beim Elisabetha-Glöckler-Saal

Impressionen

Ablauf und Programm

Berichterstattung: Schwarzwälder Bote vom 02.Juli

Open-air im Klosterhof

Podiumsdiskussion zum Leben in Gemeinschaft

Festakt zum 150-jährigen Bestehen

Pressebericht zur Festansprache von P. Rotzetter

Liturgische Woche

"Die große Stille"

Orgelnacht

Choralamt zum Hochfest des hl. Martinus

Eröffnung der Historischen Ausstellung "Von der Quelle bewegt" im Schramberger Schloss


Impuls zum Heiligenbronner Wallfahrtslied



Gnadenbild von Heiligenbronn

1. Jungfrau, Mutter, Schmerzensreiche,        5. Wo mit mitleidsvollen Armen,
sieh wir blicken auf zu Dir                            Sünder, die in Reu gerührt,
schauen Deines Sohnes Leichnam                hat Dein mütterlich Erbarmen
ruhend in dem Schoße Dir!                            Jesus oft schon zugeführt.

2. Bist so ganz in Schmerz versunken,         6. Sieh auch uns zu deinen Füßen,
siebenfach durchbohrt dein Herz,                  gnadenvolle Mutter du,
hast den Kelch zur Hef getrunken                 Lass uns unsre Sünden büßen
Königin der Märtyrer                                     und hier finden Seelenruh

3. Doch Du hast es überwunden                    7. Lass an Deinem Herz ausweinen
thronest nun im Himmelssaal                        tiefen Kummer, stilles Weh;
spendest Gnaden aus in Fülle                       hilf, wo jede Hilf vergebens;
hier in dieses Erdental.                                 blick erbarmend aus der Höh’.

4. Hast auch dieses heilge Plätzchen
            8. Ist ja hier der Born des Lebens,
Dir zur Gnadenstätt erwählt,                          unerschöpflich gnadenreich.
wo schon manche Trän versiegte,                  Lass auch uns an ihm gesunden,
mancher Kummer aufgehört                          ewig einst bei Jesus sein.


Dieses Heiligenbronner Wallfahrtslied wurde laut der Klosterchronik von Sr. M. Margaretha Sonntag aus Weingarten verfasst. Sie ist am 18. Oktober 1857 als 13. Schwester in die junge Gemeinschaft eingetreten und hat bis zu ihrem Tod am 12. Dezember 1877 im Kloster Heiligenbronn gelebt.

Trotz der „alten Sprache“, die uns vielleicht etwas Schwierigkeiten macht, kann uns dieses Lied helfen, in die Begegnung mit Maria und ihrem Sohn Jesus zu kommen.

So lädt das Lied uns ein, auf Maria zu schauen, die ihren toten Sohn im Schoße liegen hat. Es ist sicher mit das größte Leid, wenn Eltern ihre Kinder zu Grabe tragen müssen. Maria ist uns in unserem größten Schmerz nahe als Trösterin und Fürbitterin.

Das haben viele Menschen in Heiligenbronn schon erfahren und davon zeugt auch das Wallfahrtslied.

Zuerst lässt es uns in den ersten drei Strophen Maria betrachten. Sie steht sicher am Tiefpunkt ihres Lebens. Dieser Sohn, den ein Engel ihr verkündigt hat, den sie in Bethlehem zur Welt brachte unter widrigen Umständen, den sie aufwachsen sah, dessen Worte und Taten sie im Herzen bewegte, dieser Sohn liegt nun tot in ihrem Schoß. Sie ist im Schmerz versunken, in der Erinnerung an all das, was sie mit ihm erlebt hat, Freude, Leid, Unverständnis, Sorge, Schmerz, Fragen, Zweifel, Angst. Sie ist diesem Leid nicht ausgewichen, sondern stellt sich dem Unausweichlichen, dem Scheitern, dem Schmerz, dem Tod. Und doch glaubt sie weiter, vertraut darauf, dass dieser Tod nicht das Ende ist, sondern Gott noch eine Antwort geben wird. Ihr Glaube über den Tod hinaus kann auch uns ermutigen, nicht aufzugeben in aussichtslosen Situationen.

Die beiden folgenden Strophen sprechen davon, dass ihr Weg, ihr Glaube fruchtbar wurde für uns. Diese Fruchtbarkeit und Wirksamkeit zeigt sich ganz konkret an ganz konkreten Orten. Ein Ort dieser Fruchtbarkeit – ein Ort der Gnade – ist Heiligenbronn geworden und das schon seit dem 14. Jahrhundert. Menschen wird hier das Angebot gemacht, die Gnade geschenkt, sich ihrer Wahrheit zu stellen – ihrem Schmerz, ihrem Leid, aber auch ihrer Schuld. Wer dieses Angebot annimmt, erfährt Trost und Frieden. Dafür zeugen die vielen Tafeln in der Gnadenkapelle.

Alle, die dieses Lied singen und beten, werden nun in den Blick genommen, dürfen eintreten in die Beziehung zu Maria und ihren Sohn. Wir dürfen eintreten in den Glauben und Vertrauen vieler Menschen vor uns, die an diesem Ort Frieden und Heil gefunden haben. Wir dürfen Sie konkret um Fürsprache bitten in den tiefsten Nöten und Anliegen unseres Lebens. Und auch wir werden Trost und Frieden erfahren.

In diesem Bild schauen wir auf das Werk der Erlösung. Jesus ist den Weg des Leidens bis zum Schluss gegangen. Es ist vollbracht. In IHM ist das Unheil, die Sünde besiegt. Wer auf IHN vertraut, wird durch alles Leid hindurch die Kraft der Auferstehung erfahren – nicht erst in der Ewigkeit, sondern schon jetzt.

Vor diesem Bild haben in den letzten 150 Jahren auch viele Generationen von Schwestern gebetet und die Not und das Leid der Welt der Mutter Jesu anvertraut: Krieg: Terror, Unheil. Bis heute beten wir aber auch für die Nöte der Menschen, die uns ums Gebet bitten: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Beziehungskrisen, Ungerechtigkeit, Verfolgung. Möge ihre Fürsprache uns immer neu bereiten für die Begegnung mit Jesus Christus.

Sr. M. Dorothea Thomalla

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Neujahrsempfang am 20. Januar 2007 mit dem Dekanat Rottweil und Weihbischof Thomas Maria Renz

aus der Berichterstattung vom 22. Januar (Schwarzwälderbote):

Den Grundwasserspiegel der sozialen Willigkeit angehoben
150 Jahr Kloster Heiligenbronn: Fürsorgliche Bleibe auch in Zukunft gesichert

Schramberg-Heiligenbronn. Das Kloster Heiligenbronn ist überaus erfolgreich, aber auch besinnlich in sein Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen gestartet.
Zum Neujahrsempfang im neuen Elisabetha-Glöckler-Saal waren viel politische Prominenz, kirchliche Würdenträger des Dekanates Rottweil, sowie zahlreiche Bürger aus nah und fern gekommen.
Generaloberin Sr. Judith Kaupp erinnerte bei ihrer Begrüßungsrede an die Anfänge, die alles andere als romantisch gewesen seien. Vor 150 Jahren gründete am Wallfahrtsort "zur Schmerzhaften Mutter Gottes am heiligen Bronnen" der Priester David Fuchs sein Werk. Dieses habe sich ständig weiter entwickelt. So können Menschen mit Behinderungen an diesem Ort auch in Zukunft eine fürsorgliche Bleibe finden. Hoffnung heiße, an das Abenteuer der Liebe zu glauben.
Die Verbundenheit der 1991 gegründeten Stiftung, die seither die Dienste und Einrichtungen des Klosters Heiligenbronn im Sinne Fuchs' weitergeführt, übermittelte Vorstand Norbert Rapp. Kirchengemeinden und spezialisierte karitative Dienste würden keineswegs im Wettstreit zueinander treten, sondern seien um ein gutes Miteinander und gegenseitiges Verstehen und Befruchten bemüht, versicherte Rapp.
Dekan Albrecht Zepf betonte, Heiligenbronn ziehe Menschen aus der Region an. "Wir brauchen einander und alle bräuchten wir das Gleiche, die Quelle, das Wasser vom Heiligen Bronnen, das seit dem 14. Jahrhundert fließe und aus dem das Gute geschöpft werden könne." Zepf dankte den Schwestern für die Anhebung des Grundwasserspiegels für soziale Willigkeit. Dieses franziskanische Vermögen, die Lebensfreude bei aller Armseligkeit, müsse in die ganze Region hineinströmen, drückte der Dekan seine Wünsche für die Zukunft aus.
Die Kirchen waren und seien kommunale Gesprächspartner. Obwohl man nicht immer einer Meinung war, so sei doch im Sinne der Menschen entschieden worden, unterstrich Landrat Dr. Rüdiger Michel. Er sei dankbar für den Dialog zwischen Dekanat, Kreis und Gemeinde. Das Kloster sei zugleich ein namhafter, wie angesehener Arbeitgeber, der seine Aktivitäten nicht ins Ausland verlagere, konnte sich der Landrat einen kleinen Seitenhieb auf die Wirtschaft nicht verkneifen.
Mit einer besinnlichen Festansprache zum diözesanen Jahr der Berufung wartete Weihbischof Thomas Maria Renz auf. Er erinnerte an den Beginn und Aufbruch der Franziskaner vor 800 Jahren, deren ureigenste Aufgabe es gewesen sei, den Kranken und Armen Zuwendung zu geben.
Der heilige Franziskus sei auch heute bei den Jugendlichen in aller Munde, die stets prall gefüllten Veranstaltungsräume bei den franziskanischen Klosterfesten unterstreiche dies deutlich.
Musikalisch umrahmte das Ensemble Förderzentrum Sehen die Festlichkeiten am vergangenen Samstag. Nach einer kulinarischen Stärkung fand der Neujahrsempfang mit der Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche "St.Gallus" seinen sakralen Abschluss

 Hier finden Sie die Grußworte vom Dekanatsempfang

Hier finden Sie demnächst die Festansprache von Weihbischof Thomas Maria Renz




beim Hören


beim Lachen


im Gespräch




Eintrag im Gästebuch


Musikensemble


beim Austausch

Programm für den Dekanats-Neujahrsempfang

Beginn um 15 Uhr
Begrüßung durch Kloster und Stiftung
Sr. M. Judith Kaupp und Herr Norbert Rapp

 
Musik: Schülerin Claudia Schermer

 
Begrüßung
Herr Dekan Albrecht Zepf

 
Grußwort
Herr Landrat Dr. Michel

 
Musik: Ensemble Förderzentrum Sehen

 
Festansprache
Herr Weihbischof Thomas Maria Renz zum diözesanen Jahr der Berufung

 
Musik: Ensemble Förderzentrum Sehen

 
Hinweise auf das Jubiläumsjahr
Herr Norbert Rapp

Stehempfang

Eucharistiefeier 17.30 Uhr

mit Weihbischof Thomas Maria Renz in der St. Gallus Kirche, musikalisch gestaltet von der Gruppe"Emmaus" und Chor unter der Leitung von Sr.M.Magdalena Dilger


Bilder von der Eucharistiefeier




bei den Fürbitten


beim Gottesdienst


bei der Verkündigung
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Kirchenkonzert am 18.März 2007


Schon lange bestehen persönliche Verbindungen zwischen dem Musikverein Frohsinn aus Tennenbronn und Heiligenbronn. So war es anlässlich des Klosterjubiläums für den Musikverein selbstverständlich, einen Beitrag zum Jubiläumsprogramm 2007 beizusteuern. Er tat dies mit einem Kirchenkonzert am 18. März in der Kloster- und Wallfahrtskirche St. Gallus unter der musikalischen Leitung von Meinrad Löffler.
So spielte das Orchester den ersten und dritten Satz aus der Sinfonie "La Passió de Crist" des katalanischen Künstlers Ferrer Ferran. Es war dies die zweite Premiere des Stückes, das der Musikverein eigens für das 150-jährige Jubiläum von Kloster und sozialer Einrichtung in Heiligenbronn einstudiert hat.

Die Besucher und Besucherinnen der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche erwartete Musik, die unter die Haut ging. Bilder aus der Ausstellung zum "Leben Jesu" des peruanischen Künstlers Raul Castro machten deutlich, was die Musik des Orchesters erzählte - die Geschichte Jesu, seine Kindheit und seinen Leidensweg. Superior Rolf Oster führte mit Texten aus dem Propheten Jesaja in die einzelnen Sätze der Sinfonie ein.

Nach der Begrüßung von Superior Oster und dem Grußwort des Vorsitzenden des Musikvereins "Frohsinn" Tennenbronn, Georg Fleig, wurde das Konzert eröffnet mit dem "Adagio" von Tomaso Albinoni in einer Bearbeitung für Blasorchester von Jacob de Haan.

Danach folgte der erste und dritte Satz aus der Sinfonie "La Passió de Christ". Der Spannungsbogen endete mit dem "St.Florians Choral" von Thomas Doss. Die Glocke der St. Gallus Kirche ließ das Erlebte nachklingen, bevor die Zuhörer mit stehenden Ovationen den Musikern samt Dirigenten Beifall zollten.

Das Orchester dankte es mit dem Choral "O du mein Trost und süßes Hoffen" von Alfred Bösendorfer.

Das Frohsinn-Orchester, das dieses Programm auch in der katholischen Kirche von Tennenbronn gespielt hatte, widmete sein Heiligenbronner Konzert der Stiftung St. Franziskus. Die Spenden der Konzertbesucher in Höhe von 2100 Euro kommen der Schule für Hörgeschädigte und ihrer Investition in neue Gegensprechanlagen für den Unterricht zugute. Die Bildpräsentation mit den Figuren aus Haus Lebensquell hatten Josef Fleig und Bianca Hock ausgearbeitet, Hans-Jörg Hilser übernahm in beiden Konzerten die taktgenaue Vorführung.






Programm des Kirchenkonzertes

Begrüßung - Superior Rolf Oster

Grußwort - Georg Fleig

Adagio
Thomas Albinoni (1671-1751)
Arr. Jacob de Haan

La Passió de Christ
Ferrer Ferran (*1966)


Einführung aus dem Buch Jesaja 9,1-6; 11,1-5

1. Satz
Verkündigung - Geburt Jesu
Flucht nach Ägypten
Ermordung der Unschuldigen
Heimkehr
Johannes - Taufe Jesu

Einführung aus dem Buch Jesaja 52,13-53,12

3.Satz
Einzug in Jerusalem
Ankunft im Tempel - Tempelreinigung
Ankündigung seines Todes
Das Abendmahl
Im Garten Gethsemani - Verhaftung
Geißelung - Verhöhnung
Pilatus vor dem Volk - Verurteilung
Kreuzweg - Kreuzigung
Tod
Hoffnung

Meditation aus dem ostkirchlichen Hymnus Akathistos zum Heiligen Antlitz (Vorauspublikation des Collegium Orientale, Eichstätt)

St. Florian Choral
Thomas Doss (*1966)



Zugabe
Choral "O du mein Trost und süßes Hoffen"
Alfred Bösendorfer



aus der Berichterstattung Schwarzwälder Bote vom 20.3.07





In den ersten und dritten Satz der Sinfonie "La Passió de Christ" führte Pfarrer Oster mit Prophetenworten aus Jesaja ein. Verkündigung und Geburt wurden vom Holzbläserchor in leuchtend warmen Farben geschildert und trugen eine freudig-hymnische Klangsprache, während bei Kindermord und Flucht mit peitschenden Trommelschlägen und dissonant aufschreienden Saxophonen Hass und Brutalität in die Musik einzogen.

Die Solo-Oboe (Siegfried Weisser) stand bei den Weisen für das Fremdartige, drückte aber zusammen mit der Soloflöte im Ganzen der Sinfonie Jesu innerste Seelenbewegung aus.

Gravitätische Tonschritte markierten die Würde der Schriftgelehrten im Tempel, während der 12-jährige Jesus durch helle Harmonik dargestellt wurde. Der erste Satz gipfelte in einem überirdisch glanzvollen Höhepunkt, als sich bei der Taufe Jesu der Himmel öffnete.

Die Leiden des "Gottesknechtes" aus Jesaja waren nach triumphaler tänzerischer Musik zum Einzug in Jerusalem mit wunderschöner Blockflötenweise (Sabrina Dedezius), Klarinetten und Schellen wichtigster Inhalt der musikalischen Aussage des dritten Satzes.

nach dem fröhlichen "Hosianna" flammten alarmierende Signale auf, gefolgt von abrupten Blechstakkati und wild zirkulierenden Figuren. Aus dem Schlagwerk stampften die Soldatenstiefel und Röhrenglocke und Tenorhörner stimmten schon den Totenchoral an.

Während das Abendmahl in weichem Flöten- und Hornklang gestaltet war, verfinsterte sich die Stimmung zunehmend mit grellem dissonantem Blech udn explosiven Tubastößen, die fast körperlichen Schmerz verursachten. Spott und Hohn der Saxophone brachen überfallartig ein, die Hosianna-Schreie wurden zum "Kreuzige ihn". Inmitten der "Geißelschläge" und des unaufhaltsam nervtötenden Rhythmus' der Kreuzigungsbrutalität war immer wieder die einsame Oboe als Jesu Stimme zu vernehmen, bis nach dem Crescendo "Es ist vollbracht" eine große Stille eintrat.

Dem Liebeslied der Flöte schlossen sich die Holzbläser und bald das Gesamtorchester an zu einem triumphalen Siegesrhythmus, zu dem an der Leinwand das Bild vom Sohn gezeigt wurde, der im himmlischen Arm des Vaters ruht. Vertieft wurde dieser triumphale Auferstehungsgedanke durch den ostkirchlichen Hymnus zum Heiligen Antlitz, den Pfarrer Oster als Meditation vortrug.

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Vortrag von Caritas-Generalsekretär Professor Dr. Georg Cremer



Prof. Cremer bei der Begrüßung


beim Vortrag


im Gespräch


Marktplatz


Einen Blick in die Zukunft der sozialen Dienstleistungen mit ihren Herausforderungen und Ambitionen warf der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Professor Dr. Georg Cremer, bei seinem Vortrag am 23. März im Elisabetha-Glöckler-Saal in Heiligenbronn.

Die Veranstaltung von Marktplatz Kirche gemeinsam mit Stiftung St. Franziskus, Kloster Heiligenbronn und Frauenbeirat im Rahmen des Klosterjubiläums wurde von Stiftungs-Vorstand Norbert Rapp eröffnet, der den Referenten zu seinen Aufgaben und seinem Werdegang interviewte.
Cremer, zum zweiten Mal als Generalsekretär gewählt, betonte, dass die Caritas kein Konzern sei ("Ich bin kein Caritas-Mehdorn"), sondern in viele rechtlich selbständige Gliederungen unterteilt ist. Beifall bekam er für seine Ankündigung, anstelle eines Honorars die Behindertenarbeit im Kosovo mit einer Spende zu unterstützen, weil dort auch das Förderzentrum Hören und Sprechen Heiligenbronn mit dem Lehrerehepaar Neudeck engagiert sei.

Zu den teils widersprüchlichen Rollen der Caritas als Anwalt der Hilfebedürftigen und als wirtschaftlich agierender großer sozialer Dienstleister referierte Cremer auf anschauliche Weise und verdeutlichte die Positionen von Caritas und anderen Wohlfahrtsverbänden. Die Konkurrenz mit privatgewerblichen Trägern habe diese vor eine neue Situation gestellt, die es zu meistern gelte. Den Wettbewerb schilderte Cremer als Ansporn, die Interessen der hilfeberechtigten Menschen besser wahrzunehmen und aufzugreifen. Die Konkurrenzsituation in den Kindergärten habe so dazu geführt, dass elternfreundlichere Öffnungszeiten eingeführt wurden.

Die Rolle als Anwalt, forderte der Caritas-Generalsekretär und Volkswirtschaftler, müsse aber auch Auswirkungen darauf haben, wie die Caritas als Dienstleister agiere und umgekehrt. So sei zu fragen, ob Solidaritätspotentiale in der Gesellschaft auch gefördert würden. Interessenkonflikte seien aber auch eine politische Herausforderung, wie er am Beispiel der illegalen Arbeitskräfte aus Osteuropa, die ambulante pflegerische Dienste übernehmen, aufzeigte.

"Märkte dulden es langfristig nicht, die Interessen der Hilfebedürftigen zu ignorieren", betonte Cremer. Doch soziale Dienste seien besondere Märkte, die staatliche Rahmenbedingungen bräuchten zur Qualitätssicherung. Man könne ja nicht sich zur Probe operieren lassen, um das ausgewählte Krankenhaus zu testen. Ziel müsse es trotzdem sein, dass Hilfeberechtigte autonome Entscheidungen treffen könnten.

Bei der Finanzierung sei das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis massiv in Gefahr, warnte Cremer und wehrte sich gegen einen Ausschreibungswettbewerb, sprach sich vielmehr für eine Vielfalt der freien Träger aus, die nicht einfach nur Auftragnehmer des Staates seien, auch wenn es dann keine Belegungsgarantien gebe. Man müsse dann vielmehr durch „qualitativ gute Dienste“ überzeugen. Eine besondere Verantwortung der Caritas sah Cremer bei den Diensten für soziale Randgruppen wie den Beratungsangeboten, die erhalten werden müssten, auch wenn sie oft ungenügend finanziert seien. Aber als Wohlfahrtsverband der Kirche könne man sich hier nicht aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen – „ansonsten müßten wir den Anspruch aufgeben, der Wohlfahrtsverband der Kirche zu sein“.

Die vielen Aspekte des Vortrags wurden mit einigen Fragen aus dem Publikum nochmals vertieft, bevor die rund 100 Besucher beim lockeren "Marktplatz"-Gespräch, von den Schwestern bewirtet, sich untereinander weiter austauschten und sich auch ins Gästebuch von Kloster und Stiftung eintrugen.

Ewald Graf

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David Fuchs - das Spiel mit dem Leben



v.li. P. Helmut und Rudi Schäfer


Chor und Band in Aktion


Kutsche mit Königin Olga

"Liebe gibt es nie zuviel" - die Uraufführung des geistlichen Musiktheaters "David Fuchs - Das Spiel mit dem Leben" im Elisabetha-Glöckler-Saal aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums des Klosters Heiligenbronn übertraf alle Erwartungen.

Wohl noch nie hatten im Kloster so viele verschiedene Menschen der Raumschaft in und außerhalb der Stiftung St. Franziskus und aus den verschiedensten musischen Sparten an einem derartig grandiosen Gesamtkunstwerk zusammengearbeitet.

Mit dem Franziskanerpater Helmut Schlegel (Konzept und Text) aus Fulda und Kirchenmusikdirektor Rudi Schäfer aus Schramberg hatten sich zwei kongeniale Künstler gesucht und gefunden, so dass sich das neue Musiktheater gut und gerne mit früher aufgeführten Sacro-Pop-Musicals messen konnte, ja sie sogar an Aussagekraft und ins Zentrum zielender Melodiegestaltung noch übertraf.

Für die Inszenierung hatte das Organisationsteam mit Bianca Hock, Ewald Graf, Frank King und Sr. Agnes Löber den Regisseur Tonio Kleinknecht vom Zimmertheater Rottweil und die erfahrenen Akteure der Theaterwerkstatt Schramberg gewinnen können. Der Gesamtchor setzte sich zusammen aus Mitgliedern des "S'Heiligenbronner Chörle", der Schola Schramberg (bei den Aufführungen dirigiert von Sr. Magdalena Dilger) mit bewährter Band, sowie dem Blindenchor "InTakt" (Leitung: Georg Sprich) und der Gehörlosengruppe der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn (Leitung: Erika Scheurer).

Mit sechs griffigen Gemeindeliedern, die die wesentlichsten Aussagen beinhalteten, war auch das Publikum in das Spiel mit einbezogen.

Zwei Artistinnen (Sabine Kopp und Andrea Zink) verbanden locker kommentierend und Ball spielend ("Auffangen, loslassen, weiterführen") die Vergangenheit und Gegenwart und fungierten vielseitig auch als Umbaupersonal oder königliche Bodyguards

Links von der Bühne war eine wunderschöne Szenerie mit einem echt fließenden Gnadenbrunnen, Pieta und Franziskus-Staue geschaffen, wo der Waldbruder seinen Traum hatte.

Diese Visionen des Waldbruders von Unrecht und Leid der Welt ("das Los der Welt auf dem Schoß der Frau") stellte die Gehörlosengruppe "Pantomime" auf einer außen vor der Fensterwand aufgestellten Hebebühne.

(Auszüge aus der Berichterstattung des Schwarzwälder Bote am 7. Mai 2007)

hier ein ausführlicher Bericht von Ewald Graf aus dem fb 3/07


Bewegende Szenen - Aufrüttelnde Stimmen aus dem Hintergrund

Tiefe Eindrücke hinterließ die Szene, wo David Fuchs den aus dem Publikum geholten Kindern die Schilder mit den Aufschriften "Überforderung", "Ausbeutung", "Vorurteile" und "Missbrauch" abnahm und auch sie, von ihren Fesseln befreit, wieder ins Kindsein zurückführte. Auch hier trug das zeitkritische Spiel aktuelle Züge.

Gabriele und Professor Dr. Harald Frommer bewegten die Zuhörer zutiefst als "Stimmen aus dem Hintergrund" mti aufrüttelnd-direkten, biblischen und franziskanischen Texten.

Eine ideale Rollenbesetzung war Hauptdarsteller Pfarrer Ruoff als David Fuchs. Er verkörperte sowohl den energiegeladenen Vikar als auch den sorgenvollen Vater der behinderten Kinder. Dass er kein leichtes Leben hatte, dafür sorgten die Geistlichen Dekan BInder (Klaus Andreae) und Pfarrer Kapp (Udo Neudeck). Wieder einmal bewies das bewährte Schauspielteam der Theaterwerkstatt Schramberg seine hohe Qualität.

Klaus Andreae überzeugte nicht nur als Dekan im geistlichen Gewand, als Bauer Nikolaus mit der Bierflasche würzte er obendrein das Spiel mit seinem feinen besonderen Humor.

Helga Effinger schlüpfte gekonnt in die Rolle der Bäuerin Philomena aus dem 19. Jahrhundert.

aus: Schwarzwälder Bote 7. Mai 2007)




David Fuchs mit Bauern


mit geschundenen Kindern


mit der Königin Olga


bei der Aufnahme von Kindern


Lied für die Königin


Chor in Aktion


Professionelles Format - Publikum würdigt Rudi Schäfers Leistung


Wahre Beifallsstürme riefen die Soli, Chor- und Gemeindelieder aus der genialen Feder von Rudi Schäfer hervor. Sonja Gebert und Michael Heil verliehen den Songs den souveränen Glanz ihrer hervorragenden Solostimmen.

Der mitreißende Gesamtchor agierte bei den zündenden Melodien mit rhythmischem Feeling und herrlichem Chorklang. Die Band, darunter der junge Schlagzeuger und "Jugend musiziert" Preisträger Elias Rohrer (10 J.alt), bestand durchweg aus Profis ihres Instrumentalfachs und musizierten wie eine eingeschworene Jazzband, an ihrer Spitze Rudi Schäfer, der Keyboarder, Bandleader, Komponist, Arrangeur und Mitinitator in einer Person war. Diesem omnipräsenten Vollblutmusiker zuzusehen, wie er im Stil der großen Jazzpianisten die Tasten bearbeitete und mit dem Kopf Einsätze gab, war eine reine Freude. Das geistliche Musiktheater "David Fuchs" hat mehr als deutlich gezeigt, dass Rudi Schäfer das Format hat, große musikalische Aufgaben nicht nur auf dem klassisch-sakralen Parkett, sondern gerade auch mit den Mitteln von Jazz und Rock und modernen Musikstilen zu erfüllen. Der Applaus der Zuschauer war überwältigend.

aus: Berichterstattung Schwarzwälder Bote 7. Mai 2007

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Liedtexte aus dem Musiktheater




1. Ich träumte von einer Frau,
auf ihrem Schoß das Leid der Welt:
die Tränen der Kinder, das Blut der Verletzten, der Schrei der Verzweiflung:
Der Menschen Los auf ihrem Schoß.

2. Ich träumte von einer Frau,
auf ihrem Schoß die Last der Welt:
Ängste und Schmerzen, Zerbrochene Hoffnung, Krankheit und Sterben:
Der Menschen Los auf ihrem Schoß.

3. Ich träumte von einer Frau,
auf ihrem Schoß der Gang der Welt:
ein Streben nach Freiheit, ein Mühen um Frieden und Sehnsucht nach Liebe:
der Menschen Los auf ihrem Schoß.

4. Ich träumte von einer Frau,
auf ihrem Schoß das Heil der Welt.
In Treue zum Leben als Bruder der Menschen aus Liebe gestorben:
der Menschen Los auf ihrem Schoß.

5. Ich träumte von einer Frau,
auf ihrem Schoß das Licht der Welt.
Vom Tod auferstanden, als Zeichen der Hoffnung und Rettung für alle:
der Menschen Los auf ihrem Schoß.


1. Ich trage einen Schatz in mir,
zwar hören meine Ohren nicht,
doch hab ich andere Talente:
Ich spüre mehr als Worte sagen,
ich kann in den Gesichtern lesen,
was eines Menschen Herzen fühlt.

2. Ich trage einen Schatz in mir,
zwar sehen meine Augen nicht,
doch hab ich andere Talente:
Ich kenne Menschen an der Stimme,
Töne und Klänge haben Farben,
die Welt ist eine Symphonie.

3. Ich trage einen Schatz in mir,
zwar sind mir Aug’ und Ohr verschlossen,
doch hab ich andere Talente:
Ich kann mit Haut und Haaren spüren,
kann Gottes Schöpfung schmecken, riechen,
ich bin in meinem Herzen reich.



Der Blindenchor der Stiftung sang dieses Lied




Stimmen zum Musiktheater

Das war grandios.  

Diese Musik – beeindruckend.  

Der Auftritt der Königin – das war einfach sensationell.  

Ein beeindruckendes Miteinander.  

Das war Integration.  

Die Musik setzte genau das um, was im Text angelegt war.  

Noch ganz erfüllt von dem einzigartigen Erlebnis bin ich gestern wieder gut nach Stuttgart gekommen. Ihr habt sicher alle gespürt, wie der Funke Eurer Begeisterung auf die Zuschauer und Zuhörer übergesprungen ist.  

Ich fand die Veranstaltung super! Es ist schade, dass so etwas immer so schnell vorbei ist, aber die Mühe hat sich auf alle Fälle gelohnt.  

Es war eine großartige Sache und ich bin sehr dankbar, dass ich daran mitwirken konnte. Bei dieser Gelegenheit durfte ich wieder den Geist der Stiftung und des Klosters erspüren.  

Das Lied „Wir fangen an, die neue Welt zu bauen“ wurde nicht nur gesungen, das wurde gelebt.  





Mitwirkende beim Musiktheater

Konzept und Text: P. Helmut Schlegel OSF

Musik: Rudi Schäfer

Darsteller:
Artistin - Alexandra Zink
Artistin - Sabine Kopp
Bauer Nikolaus - Klaus Andreae
Bäuerin Philomena - Helga Effinger
David Fuchs - Gerhard Ruoff
Dekan Binder - Klaus Andreae

Gehörlosengruppe „Pantomime“:
Carmen Stahl • Franco Sabatino • Giovanni Anselmo, Jasmin Müller • Vincenzo Sabatino • Leitung: Erika Scheurer

Hörgeschädigte Kinder:
Agnesa Kisner und Benay Kus

Jugendliche: Ekatharina Tag und Michael Dörr

Königin Olga: Alexandra Fetscher

Kutscher: Martin Müller mit Pferd Lukas

Pfarrer Kapp: Udo Neudeck

Pfarrer Rittelmann: Konrad Giessibl

Schulkinder- und Schilderkinder:
Antonia Ginter (Klavierbegleitung) • Christoph Fehrenbacher Emily Merz • Jonas Gaymann • Oliver Kimmich • Ramona Ruf Rebekka Riedlinger • Thomas Weigold • Yannis Wirth

Schwester im Publikum: Sr. Irene Beez

Schwester Elisabetha: Sr. Maria Gratia Horn

Schwester Rosa: Sr. Magdalena Dilger

Schwester Seraphina: Sr. Christiane Keil

Sehgeschädigtes Kind: Franziska Engesser

Stimmen aus dem Hintergrund:
Gabriele Frommer und Harald Frommer

Waldbruder Konrad: Konrad Gießibl

Regie: Tonio Kleinknecht

Chöre:
Chor ‘S Heiligenbronner Chörle Leitung: Sr. Magdalena Dilger
„InTakt“ BewohnerInnenchor der Stiftung St. Franziskus: Leitung: Georg Sprich
Schola Schramberg Leitung: Rudi Schäfer
Chorleitung: Sr. Magdalena Dilger

Solisten: Sonja Gebert • Michael Heil

Band:
Andreas Hettich, Trompete • David Drong, Horn Elias Rohrer, Percussion • Gebhard Pfaff, Bass Joe Rohrer, Gitarre • Jörg Böcherer, Schlagzeug Matthias Fahrner, Oboe • Olivia Flieger, Saxophon Rudi Schäfer, E-Piano • Sr. Anna Franziska Fehrenbacher, Synthesizer • Thomas Kuhner, Posaune • Thorsten Hettich, Trompete • Bandleader: Rudi Schäfer

Ton und Licht: Joachim und Simon Kaltenbacher

Organisation:
Bianca Hock • Ewald Graf • Frank King • Sr. Agnes Löber

Programmheft hier





"Von der Quelle bewegt"




"Schwesternzelle"


Herr Windhab in der Ausstellung


Besucher in der Ausstellung

Großes Interesse fand die Geschichtsausstellung „Von der Quelle bewegt“ zum 150-jährigen Klosterjubiläum bereits bei der Eröffnung am Mittwoch, den 13. Juni. 200 Gäste versammelten sich im Klosterhof und besichtigten den Rundgang durch die Ausstellungsräume.
„Die Quelle bewegt und trägt auch unsere heutige Schwesterngemeinschaft noch“, sagte Generaloberin Schwester Judith Kaupp zur Begrüßung.
Ihr Dank galt allen Mitwirkenden, die einen Beitrag geleistet haben, und das waren viele.

hier das Grußwort

Superior Rolf Oster stellte dann die neuen Publikationen über Heiligenbronn vor. Der 32-seitige Kirchen- und Klosterführer aus dem Fink-Verlag war am Nachmittag frisch gedruckt angeliefert worden, ist reich bebildert und lädt mit Informationen zu den Kunstwerken und den Künstlern zu einem Gang durch Kirche und Hauskapelle des Klosters an, wie Oster schilderte. Das „große Opus“ von Ulrich Windhab unter dem Titel „Wallfahrt und Wohlfahrt“ wird Mitte Juli im Schwaben-Verlag erscheinen, kann aber schon vorbestellt werden.
Oster bezeichnete es als „spannend-lesenswertes Buch“, für das der Historiker Ulrich Windhab nicht nur in Archiven und Bibliotheken gestöbert, sondern „buchstäblich Staub aufgewirbelt“ habe durch Fundstücke auf den Speichern . Windhab habe manches Neue aufgedeckt wie etwa, dass das Heiligenbronner Gnadenbild älter als angenommen sei und auch der Zwetschgenmarkt auf über 500 Jahre zurückzudatieren sei.
Der Autor las noch aus dem Kapitel über die Gründungszeit des Klosters seine Beschreibung vor, wie die ersten künftigen Schwestern in Heiligenbronn ankommen.

hier zur Vorstellung des Buches

Die Ausstellungseröffnung wurde durch eine Tanzdarbietung von Mitarbeiter Uli Sieber und drei Partnerinnen bereichert, die mit improvisierten, spontanen Tanzfiguren und -bewegungen zu einer spanischen Messe und zu einem Klavierstück dem Abend einen kulturellen Impuls ganz anderer Art gaben und im Klosterhof eine besinnliche Atmosphäre schufen.

Buchautor und Ausstellungsleiter Ulrich Windhab verwies die Gäste im Klosterhof darauf, dass sie im Grunde bereits mitten in der Ausstellung säßen, nämlich umgeben von den ältesten Gebäuden des Klosters, damals aber noch nicht so ausgebaut. In die Ausstellung „Von der Quelle bewegt“ seien auch die Räume oder der Blick aus dem Fenster eingebaut. Das Kloster von Heiligenbronn, so Windhab, sei nicht denkbar ohne die Wallfahrt, die diesem Ort bereits seit dem Mittelalter eine Bedeutung gegeben habe, auch wenn es zuvor noch kein Kloster hier gab. Dementsprechend schildert die Ausstellung auch die Anfänge und Entwicklung der Wallfahrt.
Die Ausstellung möchte über Bilder und Texte hinaus die Geschichte auch erlebbar machen durch Originalfiguren und -gerätschaften, Inszenierungen, Karten und Modelle.

Schließlich strömte die beeindruckte Gästeschar durch die um den Klosterhof gelegenen Ausstellungsräume, in denen die Wallfahrt, die Klostergründung und das klösterliche Leben, die Arbeit von Schulen und Werkstätten, die Kirchenbauten, die schwarze Zeit des Nationalsozialismus und die Gegenwart von Kloster und Stiftung St. Franziskus die großen Schwerpunkte bilden. Im Gespräch untereinander und mit den Schwestern wurden dabei auch viele Erinnerungen ausgetauscht.
Viele Besucher meinten, dass sie weider kommen werden und in Ruhe die Ausstellung anschauen.

Ewald Graf




Klosterhof mit Gästen


vorne links Graf und Gräfin von Bissingen


Sr. Judith bei der Begrüßung




Konzipiert wurde die Ausstellung vom Historiker Ulrich Windhab.

In insgesamt elf Themenbereichen bietet die Austellung einen Abriss der Geschichte Heiligenbronns, seines Klosters und seiner Einrichtungen.
Die Ausstellung ist selbstführend, d.h. Besucherinnen und Besucher können einfach hindurchgehen, sich umschauen und lesen.

Ein weiterer, interaktiver Ausstellungsteil wurde von Felix Roneker und Ewald Graf gestaltet. Hier können Originalinterviews mit Ordensschwestern angehört werden, ein Verzeichnis mit allen Schwestern, die jemals in Heiligenbronn waren kann durchgeblättert werden, man kann einen Bau- und Geländeplan erkunden, sein "Kloster-Wissen" mit Hilfe des Kloster-ABC auffrischen u.v.m.  

Bis zum 31. Oktober 2007 kann die Ausstellung (in Räumlichkeiten beim Klosterhof) besichtigt werden.  

Öffnungszeiten:

Mittwoch, 16-19 Uhr,

Samstag 14-18 Uhr,

Sonntag 10.30-12.30 Uhr + 14-18 Uhr  

Führungen für Gruppen auch außerhalb dieser Öffnungszeiten auf Anfrage möglich (telefonisch unter: 07422/ 569-402 oder per e-mail: info@kloster-heiligenbronn.de)


Ausstellung "Von der Quelle bewegt"

Am Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr wird die Jubiläumsaustellung "Von der Quelle bewegt" in Heiligenbronn eröffnet.
Konzipiert wurde die Ausstellung vom Historiker Ulrich Windhab.
In insgesamt elf Themenbereichen bietet die Austellung einen Abriss der Geschichte Heiligenbronns, seines Klosters und seiner Einrichtungen.
Die Ausstellung ist selbstführend, d.h. Besucherinnen und Besucher können einfach hindurchgehen, sich umschauen und lesen.
Ein weiterer, interaktiver Ausstellungsteil wurde von Felix Roneker und Ewald Graf gestaltet. Hier können Originalinterviews mit Ordensschwestern angehört werden, ein Verzeichnis mit allen Schwestern, die jemals in Heiligenbronn waren kann durchgeblättert werden, man kann einen Bau- und Geländeplan erkunden, sein "Kloster-Wissen" mit Hilfe des Kloster-ABC auffrischen u.v.m.  

Bis zum 31. Oktober 2007 kann die Austellung (in Räumlichkeiten beim Klosterhof) besichtigt werden.  

Öffnungszeiten:
Mittwoch, 16-19 Uhr,
Samstag 14-18 Uhr,
Sonntag 10.30-12.30 Uhr + 14-18 Uhr  

Führungen für Gruppen auch außerhalb dieser Öffnungszeiten auf Anfrage möglich (telefonisch unter: 07422/ 569-402 oder per e-mail: info@kloster-heiligenbronn.de)




Heiligenbronn im Jahr 1873

1. Die Anfänge

Heiligenbronn wurde schon besiedelt, bevor der Ortsname sich einbürgerte...
Von der Siedlungsbewegung zeugt der alte "Burgstall" im Aichhalder Wäldle...
Für den Beginn der Wallfahrt in Heiligenbronn findet sich kein historischer Beleg, bloß eine Legende von einem Hirten und einer blinden Frau...


2. Aufschwung und Niedergang der Wallfahrt am Ende des Mittelalters

Neben dem frischen Wasser der Heiligenbronner Quelle stand im Zentrum der hiesigen Wallfahrt seit Jahrhunderten das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes...
1463/64 wurde das Heiligenbronner Hofgut von Elisabeth von Rechberg an das Kloster gestiftet...
Pest und Reformation führten 1553 letztlich zum Verkauf des Heiligenbronner Gutes mit Kirche an Rochus Merz.



Gnadenbild



Habsburger Wappen an der Ostwand des Klostergebäudes

3. Wallfahrts-Frömmigkeit vom Barock bis zur Aufklärung

1621 brannte der Heiligenbronner Hof; man ließ daraufhin nicht nur die Schäden beheben, sondern baute eine neue, zweite Kapelle direkt über der Quelle.
1632 wurde das Gnadenbild nach Oberndorf übertragen; als die Quelle in Heiligenbronn zu versiegen drohte, brachte er das Vesperbild zurück und es soll sofort wieder Wasser aus dem Brunnen geflossen sein...


4. Die Gründung des Beichtvaters David Fuchs

am 4. April 1825 in Bihlafingen (bei Laupheim) geboren, musste David Fuchs das Schicksal dörflicher Armut selbst erleben.
Im Juni 1955 kam er als Expositurvikar nach Heiligenbronn, um die Filialgemeinde pastoral zu betreuen und in der Dorfschule Religionsunterricht zu geben.
Er nahm seinen Dienst mit missionarischem Eifer auf, bot tägliche Gottesdienste an, gründete eine Bruderschaft und schließlich sogar ein Kloster von Franziskanerinnen.
David Fuchs starb am 5. Dezember 1885.



David Fuchs



bei der Einkleidung 1959

5. Klösterliches Leben

Die angehenden Schwestern der selbständigen Kongregation von Franziskanerinnen des Dritten Ordens wollten ein Leben in Gebet und Arbeit in der klösterlichen Gemeinschaft führen.
Eingeführt in ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam (ganz nach dem Vorbild des Heiligen Franziskus) wurden sie durch Sr. Seraphina Model aus dem Kloster im bayrischen Dillingen.
640 Frauen sind in den 150 Jahren seit der Gründung eingetreten.


6. Das Rettungshaus für Fürsorgekinder

Mit der Klostergründung war auch der Plan der Errichtung einer "Rettungsanstalt für verwahrloste und von der Verwahrlosung bedrohte Mädchen" verbunden.
Man wollte "vollsinnigen" Mädchen eine Heimat bieten, sie darüber hinaus christlich-sittlich erziehen und ihnen eine Schulbildung ermöglichen.
1891 wurde das Heim St. Antonius in Heiligenbronn-Salzstetten übernommen und das Angebot auch auf Jungen ausgedehnt.



Unterricht bei vollsinnigen Mädchen



Unterricht für gehörlose Schüler

7. Heimschulen für Hör- und Sehgeschädigte

Neben den sozial schwachen Kindern lagen dem Beichtvater immer schon die "Taubstummen" am Herzen.
Deshalb wurden ab 1860 hörgeschädigte Kinder im Schulalter aufgenommen; erst nur Mädchen, ab 1867 auch Jungen.
1968 nam man den Unterricht für Blinde im Schulalter auf. Wichtig war hier die Einführung der Brailleschrift im Jahr 1887, die den blinden Schülerinnen und Schülern die Nutzung von Blindenbibliotheken ermöglichte.


8. Landwirtschaft und Werkstätten

Von Anfang an stützen sich Kloster und Heim auf eine selbst betriebene Landwirtschaft. 1858 kaufte man einen Hof mit 40 Morgen Äckern und Wiesen, auf welchen Schwestern und Kinder arbeiteten. 1880 besaß man schon 140 Morgen Acker.
Die Behindertenwerkstätten entstammen den "Hand- und Industriearbeiten" der Schulen. Hörgeschädigte und blinde Kinder wurden in für sie geeigneten Tätigkeiten ausgebildet; daraus wurden richtige Werstätten, als man erkannte, dass manche behinderten Menschen ihr ganzes Leben in Heiligenbronn bleiben würden.



Arbeit in der Bürstenmacherei



Bischof Sproll (Mitte vorne) 1938 in Heiligenbronn

9. Bedrängt und verletzt durch den NS-Staat

Auch vor Heiligenbronn machte der Nationalsozialismus nicht Halt: die Heimbewohner wurden durch die unmenschlichen Erbhygiene-Gesetze des NS-Regimes bedroht. Man konnte nicht verhindern, dass Zwangssterilisationen an den Heimbewohnerinnen durchgeführt wurden.
Der zu Priesterexerzitien nach Heiligenbronn geflohene Rottenburger Bischof Johann Baptista Sproll hatte vehement gegen Rechtsverletzungen protestiert und verweigerte 1938 die Teilnahme an der Wahl.
Im Zweiten Weltkrieg lebte das Kloster in Furcht vor Bombenangriffen und es kam zu Einquartierungen von Soldaten, Kriegsgefangenen, Arbeitsverpflichteten und Bombenopfern.


10. Das Kloster Heiligenbronn heute

Angesichts schwindender Neueintritte ins Kloster, sucht die Schwesterngemeinschaft in den 80ern nach neuen Wegen, um die Zukunft der Einrichtungen und Bewohner zu sichern.
Am 1. März 1991 erfolgt die Gründung einer Stiftung durch Dr. Walter Kasper.
Am 1. Juli 1993 wird der gesamte Besitz des Klosters an die Stiftung übergeben.
Das gemeinsame Leben mit Schwestern, Bewohnern, Schülern und Mitarbeitern ist bis heute selbstverständlich.
Zu Beginn des Jubiläumsjahres leben 69 Schwestern und eine Novizim im Kloster Heiligenbronn.



Gruppenbild Ende 2006



Arbeit im Förder- und Betreuungsbereich

11. Die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn

Im Jahr 2007 begleitet und fördert die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit rund 1.500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an 13 Standorten weit über 1.600 Menschen in der Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe.
Am Standort Heiligenbronn mit Außenstellen in Schramberg und Rottweil steht die Begleitung von Menschen mit Sinnes- und Mehrfachbehinderung im Zentrum.

Bianca Hock





Zwischenbericht zur historischen Ausstellung "Von der Quelle bewegt"

Die 150-jährige Geschichte des Franziskanerinnenklosters Heiligenbronn strahlt nicht nur auf die ganze Diözese Rottenburg-Stuttgart aus, in der das Kloster insgesamt 17 Filialen betrieb neben dem Mutterhaus bei Schramberg (Kreis Rottweil). Auch die Frauen, die ins Kloster eintraten, und die jungen und behinderten Menschen in den Schulen und Heimen kamen aus der ganzen Diözese.
Wie in einer Präsentation der Jubiläumsausstellung „Von der Quelle bewegt“ aufgezeigt, waren es insgesamt 640 Frauen, die seit 1857 ins Kloster Heiligenbronn eintraten. Für die Ausstellung wurde nun rekonstruiert, woher die Ordensfrauen stammten und dabei zeigte sich, dass der Alb-Donau-Kreis mit 87 Frauen der Spitzenreiter war, der das weit entfernte Kloster im Schwarzwald mit Nachwuchs versorgte, gefolgt vom Kreis Ravensburg mit 74 Frauen und dem Kreis Rottweil mit 66. Auch aus dem ebenfalls weit entfernten Ostalbkreis kamen 61 Frauen nach Heiligenbronn, immer noch wesentlich mehr als aus unmittelbar angrenzenden Landkreisen, die jedoch lange Zeit zu Baden und damit zur Erzdiözese Freiburg gehörten.
Anhand einer interaktiven Präsentation, die auch erworben werden kann, lässt sich in der Heiligenbronner Ausstellung genau zurückverfolgen, aus welchen Orten bzw. Weilern die Schwestern stammen und wann sie eingetreten und gestorben sind.
Die Kloster- und Ortsgeschichte wird aber in der Ausstellung auch an vielen anderen Beispielen lebendig gemacht, so etwa mit der ältesten Urkunde von 1385, auf der der Name „Heiligenbronn“ vermerkt ist, der auf die heute noch fließende Quelle verweist. Gegründet wurde das Frauenkloster und das bald darauf gestartete Kinderheim sowie die Einrichtungen für hör- und sehgeschädigte Kinder und Erwachsene von dem Geistlichen David Fuchs (1825-1885), der aus Bihlafingen bei Laupheim stammt und als Vikar nach Heiligenbronn kam, um die Wallfahrt neu zu beleben. Seine Person und sein Lebenswerk werden auch in dem neu erschienenen Buch „Wallfahrt und Wohlfahrt“ von Ulrich Windhab im Schwaben-Verlag ausführlich dargestellt.
Heiligenbronn ist bis heute dank dieser Gründung ein Ort für Sinn und Heimat Suchende. Das soziale Werk der Schwestern wird heute von der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn fortgeführt.
Die Ausstellung „Von der Quelle bewegt“ wurde bis Ende August bereits von 2600 Besuchern besichtigt und ist bis Sonntag, 21. Oktober, im Klosterhof Heiligenbronn zu sehen.
Sie hat geöffnet mittwochs 16 bis 19 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr und sonntags 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 18 Uhr.
ührungen für Gruppen können über das Kloster vereinbart werden (Telefon 07422/569-402).

Ewald Graf





Rückblick

Am 21. Oktober war die historische Ausstellung "Von der Quelle bewegt" zum letzten Mal geöffnet.

4287 Personen besuchten seit der Eröffnung am 13. Juni die Ausstellung. Viele ehrenamtliche Helfer ermöglichten die Durchführung. Herzlichen Dank an dieser Stelle für allen Einsatz und alle Mitarbeit.

Am 15. September besuchte Bischof Gebhard Fürst, Pater Anton Rotzetter und viele andere Gäste die Ausstellung. Sie wurden geführt von Ulrich Windhab, der die Konzeption der Ausstellung erarbeitet hat.

Rückblick auf Veranstaltungen




v.l.P.Rotzetter, U. Windhab, Bischof Gebhard, P.Schmid


in der Ausstellung


Christina Häcker an der Blindenschreibmaschine

Pressebericht zum Ende der historischen Ausstellung

Schramberg-Heiligenbronn.
Kloster und Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn freuen sich über eine großartige Resonanz ihrer Geschichtsausstellung Von der Quelle bewegt“, die am Sonntag letztmals geöffnet hatte. Insgesamt 4300 Besucher haben die umfangreiche Darstellung der Heiligenbronner Geschichte im Klosterhof anlässlich des 150-jährigen Klosterjubiläums besucht.

Die Ordensschwestern selbst sind in dieser Statistik noch nicht mal mitgezählt. Dass die Ausstellung und ihre viermonatige Dauer überhaupt möglich wurde, ist dem ehrenamtlichen Engagement vieler Helfer aus Kloster und Stiftung, aus Kirchengemeinde und Seniorenclub St. Franziskus Alter-nativ zu verdanken, die vom Aufbau und der Aufsicht bis zu den Führungen für viele interessierte Gruppen Aufgaben übernommen haben.

Für diese Helfer wurde diese Woche auch bereits ein Helferfest organisiert, bei dem gemeinsam auf Erlebnisse und Begegnungen zurückgeschaut wurde. Gerade aus der Begegnung mit Schwestern entwickelten sich in der Ausstellung zahlreiche persönliche Gespräche mit den Besuchern.

Konzipiert und gestaltet hat die Ausstellung Von der Quelle bewegt“ Oberstudienrat Ulrich Windhab aus Renchen, der auch das Geschichtsbuch Wallfahrt und Wohlfahrt“ verfasst hat. Viele Erkenntnisse in Ausstellung und Buch gehen auf seine Forschungen zurück. Windhab entwickelte für die Ausstellung anhand von Leitfiguren, mit Haupttafeln und vielen Exponaten aus dem Kloster sowie ergänzenden Bildern, Karten und Gegenständen einen Durchgang durch die Heiligenbronner Orts- und Klostergeschichte. Einzelne Schwerpunkte wurden mit Inszenierungen hervorgehoben wie das frühere klösterliche Leben, die technischen Hilfsmittel der Blinden- und der Gehörlosenschule, die Landwirtschaft oder die Geschehnisse während des NS-Regimes.

Wer die im Juni eröffnete Ausstellung versäumt hat, bekommt aber nochmals eine Chance: das Stadtmuseum Schramberg wird große Teile der Heiligenbronner Ausstellung über die Weihnachtszeit in seinen Räumen im Kulturzentrum Schloss zeigen. Dort heißt es ab Sonntag, 25. November, bis 20. Januar 2008 nochmals: Von der Quelle bewegt“.

Ewald Graf

Nach Oben



Tag der offenen Tür



vor der Eucharistiefeier


nach dem Evangelium


Gabenprozession

Mit einer festlichen Eucharistiefeier begann um 9.30 Uhr der "Tag der offenen Tür" unter offenem Himmel, mit viel Sonnenschein. Gut 800 Gottesdienstbesucher hatten sich eingefunden, darunter viele gehörlose Menschen.

Verschieden Gruppen vertiefte das gehörte Evangelium von der Brotvermehrung. Mit einer Prozession brachten die verschiedenen Gruppierungen in Heiligenbronn ihre Gaben nach vorne. Der Förder- und Betreuungsbereich brachte Blumen, der Kindergarten brachte einen Ball, die Werkstattmitarbeiter einen Handwerkkasten, die Kirchengemeinde den „Gallusbrief“, die Verwaltung einen Laptop, die Außenwohngruppen ein Fahrrad, eine Bewohnerin brachte eine Kerze und die Schwestern brachten natürlich das „Gnadenwasser“.

Mit dem Segen Gottes und froh gestimmt, strömten die Besucher in die verschiedenen Bereiche von Stiftung und Kloster.

Auf dem Platz vor dem Elisabetha-Glöckler-Saal bewirtete der Musikverein Seedorf und auf der Bühne spielten die „Giaßbachtäler“ auf.
Ab 14 Uhr gab es dort ein Kulturprogramm mit verschiedenen Beiträgen aus Kloster, Stiftung und Gemeinde – eingerahmt vom „Sonnengesang“ des hl. Franziskus, den die Schwestern mit Tanz und Gebärden darstellten.

Um eine Chance auf die Gewinngutscheine zu haben, mussten im Verlauf des Mittags fünf Stempel in den verschiedenen Bereichen eingesammelt werden.
Die Preisverleihung bildete den Abschluss des Programms. Dazu musste wegen eines Regenschauers kurzfristig in den Elisabetha-Glöckler-Saal umgezogen werden. Bis dahin wurden die Besucher mit Sonne pur verwöhnt.

Um 18 Uhr waren alle zur „Feierlichen Vesper“ in die Kirche eingeladen, um Gott zu danken für Seine Treue an diesem Tag und in den vergangenen 150 Jahren.




Gabenprozession




Schwesternbereich

Tausende von Menschen waren auf dem Gelände unterwegs. In jedem Bereich konnte man vielen interessierten Besuchern und Besucherinnen begegnen.

Im Schwesternbereich war die „Klosterführung“ sehr gefragt, so dass mehr Führungen als geplant durchgeführt wurden. Während der Klosterführung war es auch möglich die Bibliothek zu besichtigen, die sonst für Gäste nicht zugänglich ist.
Im Vortragssaal gab es eine Präsentation mit Informationen zur Gemeinschaft. Wer etwas ausruhen und verweilen wollte, konnte die Bilder mit kurzen Texten anschauen.
Wer jedoch„Schwarzen Brei“ kosten  bzw. sich das Rezept aufschreiben wollte, musste sich ins Refektor begeben und konnte sich dort auch den begehrten Stempel abholen (im Bild bei Sr. Monika). In der Vorhalle konnten sich die Besucher über den Klosteralltag informieren, ihren Namen auf ein Tau kleben und sich weiter auf den Weg machen oder in der Hauskapelle der Schwestern eine kurze Zeit der Stille bei meditativer Orgelmusik verbringen.




vor der Klosterführung


Sr. Monika mit dem Stempel


am großen Tau

Kreativgarten

Vom Klosterbereich aus ging es direkt in den Kreativgarten. Dort gab es Angebote für Kinder rund um den „Sonnengesang“. So konnten die Kinder eine Flasche bemalen und in der Kirche mit "Gnadenwasser" füllen (einige der größeren Kinder mussten überzeugt werden, dass das "Gnadenwasser" wirklich trinkbar ist),  ein Tau abschleifen, Wurfbälle basteln und vieles mehr.






Haus Lebensquell und Bienenhaus

Von dort war es nach Haus Lebensquell nicht mehr weit. Die Ausstellung hatte geöffnet, Einzelzimmer und Gruppenräume konnten besichtigt werden.

Nicht weit war es auch zum Bienenhaus, wo die Bienenkönigin mit ihrem Volk aus der Nähe betrachtet werden konnte. Ein Kind fragte spontan nach: "Und wo ist der König?"




Haus Lebensquell


das Bienenvolk mit Königin


die faszinierten Betrachter

Werkstatt

Bei der Werkstatt für behinderte Menschen spielte die Gruppe "Jolly Jumper" auf. Die Mitarbeiter der Werkstatt luden zu einem Rundgang, zu Film und Präsentationen ein und standen bei Fragen zur Verfügung. Außerdem gab es hier wieder einen Stempel abzuholen (Nr. 2)
Wer nicht mit dem Hubschrauber fliegen wollte, um Heiligenbronn von oben zu sehen, konnte sich mit einer Hebebühne in die Lüfte heben lassen und Heiligenbronn so von oben betrachten.




die "Jolly Jumper"


im Gespräch


auf der Hebebühne

Förder- und Betreuungsbereich

Im Förder- und Betreuungsbereich konnten die verschiedenen Räume besichtigt werden, das gemütliche Sofa in Stempelnähe lud zum Ausruhen ein. Da die Mitarbeiter sehr gefragt waren und Auskunft erteilen mussten, setzten sich einige Besucher den Stempel  (Nr. 3) kurzerhand selbst aufs Blatt…






Förderzentrum Hören - Kirche - historische Ausstellung

Das Förderzentrum Hören lud zum Rundgang ein, öffnete die Klassenräume, auch hier gab es eine Menge zu sehen, viele Besucher betrachteten die Bilder genauer und kamen ins Gespräch miteinander. Der Stempel (Nr. 4) konnte bei der Gelegenheit leicht abgeholt werden.

Auf dem Weg zum Förderzentrum Sehen, lud der Eisverkauf wieder zum Verweilen ein. Viele gingen aber auch zuerst in die Kirche, zündeten dort ein Lichtlein an in ihren Anliegen und Sorgen und machten anschließend einen kleinen Rundgang durch die historische Ausstellung.

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Eisenbahn

Vor allem die Kinder wollten unbedingt noch mit der Bahn fahren und stellten sich an den einzelnen Haltestellen auf. Groß war die Freude, wenn sich die Bahn ankündigte und mit freudigen Gesichtern gings dann weiter, da war das Eis nur noch Nebensache…






Förderzentrum Sehen

Danach endlich ging es in die Räumlichkeiten des Förderzentrums Sehen. Auch dort gab es einiges zu besichtigen, das neue Förderzentrum Sehen und Hören war geöffnet und bot alle wichtigen Informationen zum Lesen oder auch über das Gespräch mit den Fachleuten vor Ort.

Ein weiteres Angebot war das "Dunkelcafe", in dem sich die Besucher in die Situation von blinden Menschen einfühlen konnten. Manche gaben allerdings nach dem dritten Versuch, reinzukommen, auf - so groß war der Andrang.

Natürlich wurden die meisten auf der Suche nach dem Stempel (Nr. 5) fündig und konnten nun ihren „gelben Zettel“ abgeben, mit der Hoffnung, doch etwas zu gewinnen…?






und doch noch ein Eis?

Programm beim Elisabetha-Glöckler-Saal

Wer danach dringend eine Pause nötig hatte, konnte sich auf dem Platz vor dem Elisabetha-Glöckler-Saal erholen, sich stärken mit einem guten Essen, mit Kaffee und Kuchen. Dazu gab es ein buntes Programm...






Impressionen




Kreativgarten von oben


am Brunnen


Bianca mit Sr. Christiane und Irene



Verlosung der Preise


Ablauf und Programm

Nachstehend finden Sie Ablauf und Programm rund um den "Tag der offenen Tür":

1. Kulturprogramm auf dem Festplatz  

Auf dem Festplatz vor dem Elisabetha-Glöckler-Saal der Stiftung St. Franziskus wird am Tag der offenen Tür nicht nur die Bewirtung durch den Musikverein Seedorf mit Speisen aus der Stiftungs-Küche dafür sorgen, dass niemand hungrig oder durstig bleibt, sondern auf einer kleinen Bühne auch ein ganztägiges Kulturprogramm geboten.

Frühschoppen mit dem Giaßbachtälern
11 bis 13 Uhr; das Ensemble aus Zepfenhan wartet mit munteren Weisen zur Unterhaltung auf

Schwesternchor
14 Uhr, Sonnengesang und Segenslied mit Gebärden

Gruppen Marienberg und Fridolin
14.20 Uhr, Szenen aus dem Leben von Franziskus mit Liedern und Standbildern

„Oldie“-Singgemeinschaft Spaichingen
14.40 Uhr, Liedermedley des Chors der betreuten Seniorenwohnanlage Alleenstraße 18

Tanz-AG des Förderzentrums Hören und Sprechen
14.55 Uhr Hip-Hop-Tanz

Haus St. Antonius Rottweil
15 Uhr, Fakirnummer

Theaterwerkstatt von Stiftungsbewohnern
15.10 Uhr, Aufführung „Der Schatz der Regengeister“

Bewohnerchor „InTakt“
15.40 Uhr, „Unsere kleine Nachtmusik“ und „Alpenpolka“

Flötenspielerinnen der Blindenschule
16 Uhr, drei Volkslieder

Cellospielerinnen der Blindenschule
16.10 Uhr, mehrere Musikstücke

Schulband und Töne-Tanz-Theater-AG der Schule für Hörgeschädigte
16.20 Uhr, zwei Lieder mit Tanz

SchülerInnenchor des Förderzentrums Sehen
16.35 Uhr, „Die Käsebande“ und „Arnold, das nervöse Karnickel“

S’ Heiligenbronner Chörle
16.50 Uhr, drei Liedbeiträge.

Schwesternchor
17.20 Uhr, Sonnengesang mit Gebärden

Verlosung zum Quiz
17.30 Uhr, eine blinde Schwester zieht die Gewinner

Beim Festplatz ist auch ein Gehörlosentreff mit Informationsstand der Katholischen Gehörlosenseelsorge eingerichtet.  


2. Präsentationen und Führungen in den Bereichen von Stiftung und Kloster

Aus Anlass der 150-jährigen Jubiläums wollen die Schwestern des Klosters Heiligenbronn und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung St. Franziskus den Besuchern am Tag der offenen Tür zeigen, „was daraus geworden ist“ aus den bescheidenen und wagemutigen Anfängen von 1857. Deshalb werden alle Bereiche ihre Türen öffnen und sich präsentieren, so dass die Gäste sich einen Überblick über alle Angebote in Kloster und Behindertenhilfe am Ort verschaffen können.
Im folgenden eine Zusammenfassung, was wo geboten ist in den geöffneten Häusern jeweils von 10.30 Uhr bis 18 Uhr:

Eröffnungsgottesdienst: 9.30 Uhr auf der Wiese bei der Werkstatt Richtung Kindergarten St. Gallus, gestaltet von Superior Oster, den Schwestern und der Band „Emmaus“.

Werkstatt für behinderte Menschen (Haus Teresa)
ab 10.30 Uhr Film über die Werkstatt, Ausstellung von Bildern, Stiftungs-Luftballons, Band „Jolly Jumper“, „Heiligenbronn von oben“

Förder- und Betreuungsbereich (Haus St. Richard)
Bildpräsentation, Präsentation Therapiehund, Fantasiereise im Snoezelenraum, stündliche Führungen

Blindenwerkstätten (Haus St. Johann)
Schauarbeitsplätze in Korb- und Bürstenmacherei

Berufsschule (Haus St. Raphael)
Berufsbilder der Stiftung stellen sich vor; Hilfsmittel für Seh- und Hörbehinderte.

Schule für Hörgeschädigte (Haus St. Klara)
Audiometrie (Hörtest); Klassenzimmer mit Höranlage, Film über das Förderzentrum Hören und Sprechen

Dunkelcafé (Haus St. Franziskus)
Kaffeetrinken in stockfinsterer Nacht – wie ein blinder Mensch

Verwaltung (Haus St. Franziskus bei der Pforte)
Eisverkauf, die Stiftung als Organisation, der Psychologische Fachdienst stellt sich vor

Schule für Blinde und Sehbehinderte (Haus St. Franziskus)
Rundgang Grundschulzimmer, Taubblinden- und Sehbehindertenklasse, Hauptschulzimmer, Beratungsstelle, Mehrfachbehindertenbereich mit Matsch-, Dunkel-, Traum- und Motorikraum; Führungen 11 Uhr, 13.30 Uhr, 15 Uhr, 16.30 Uhr

Jubiläumsausstellung „Von der Quelle bewegt“
die Ausstellung im Klosterhof ist von 10.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet; zusätzliche Führungen stündlich von 11 bis 16 Uhr

Garten der Sinne
ganztägig geöffnet, Führungen um 11 Uhr, 13.30 Uhr, 15 Uhr und 16.30 Uhr

Berufsvorbereitungsjahr (Haus St. Stefan)
Besichtigung der Werkstatt

Förderverein für therapeutisches Reiten (Reitplatz)
Ponyreiten und Reiterflohmarkt

Hubschrauberrundflüge
Start und Landeplatz bei den Containern, Flugdauer etwa acht Minuten, 11 Uhr bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr nach Warteliste

Haus Lebensquell
Ausstellung „Leben Jesu“ geöffnet, Besichtigung der Räumlichkeiten

Imkerverein (Bienenhaus)
Präsentation des Lehrbienenstandes

Kreativecke im Klostergarten
13.30 - 17.30 Uhr Kreativ-Angebote für Kinder mit Schwestern

Kloster-Rundweg (ab Franziskus-Statue)
durchgehend geöffnet mit Besichtigung von Schwesternzimmer, Arbeitsräume, Vortragsraum, Gesprächsecke mit Schwestern und „schwarzer Brei“ im Refektorium

Raum der Stille (Hauskapelle)
Möglichkeit der Andacht, zeitweises Orgelspiel

Führungen durchs Kloster (ab Franziskus-Statue)
11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr, 16.30 Uhr mit Besichtigung des Andachtsraums St. Damian und Bibliothek

Festplatz (vor Elisabetha-Glöckler-Haus)
Bewirtung mit Getränken, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Kulturprogramm auf der Bühne; Gehörlosen-Treff mit Infostand der Gehörlosenseelsorge; Demonstration der Trampolingruppe der Blindenschule

Zügle
das Narrenzunft Zügle fährt laufend die verschiedenen Stationen im Gelände an

Parkplätze
Die Einweisung der Autofahrer auf Parkmöglichkeiten im Gelände übernimmt die Feuerwehrabteilung Heiligenbronn. Ausfahrt über die Landwirtschaft, Fahrradfahrer haben einen eigene Stellfläche bei den Containern

Rotes Kreuz
Das DRK Schramberg wird beim Festplatz für Notfälle mit einer Notfall-Bereitschaft präsent sein


3. Quiz zum Rundgang mit attraktiven Preisen  

Um den Besuchern des Tags der offenen Tür in Heiligenbronn einen Einblick in alle Bereiche zu bieten, die sich präsentieren, wurde ein Rundgang ersonnen, der durch ein Farbsystem markiert ist und sowohl die Schulen, Werkstätten und Förderbereiche der Stiftung St. Franziskus umfasst wie das Franziskanerinnenkloster.
Als Anreiz, auch alle Stationen zu besuchen, gibt es ein Quiz-Faltblatt, auf dem man sich fünf verschiedene Stempel holen und damit an einer Verlosung von 16 attraktiven Preisen teilnehmen kann. Die ausgefüllten Quiz-Blätter müssen bis 17 Uhr auf dem Festplatz oder an den Stempelstellen abgegeben werden, wo dann um 17.30 Uhr die Verlosung der attraktiven Preise erfolgen wird.
Für diese Aktion haben eine ganze Reihe von Firmen Preise und Preisgelder gestiftet, so dass interessante Gewinne auf die Teilnehmer warten:
Hauptpreis ist ein siebentägiger Aufenthalt in Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus in Italien, und der Region Umbrien im Wert von 500 Euro.

Die weiteren Preise für die Verlosung sind:

Die gewonnenen Gutscheine oder Gegenstände können am Ende des Tags der offenen Tür an der Bühne Festplatz mitgenommen oder später beim Sozialdienst abgeholt werden. Die Gewinner werden benachrichtigt. 

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Berichterstattung: Schwarzwälder Bote vom 02.Juli

Schramberg/Heiligenbronn. Mehrere tausend Besucher, an die 8000 strömten gestern, wie erwartet, bei angenehmen Sommertemperaturen zum Tag der offenen Tür des Klosters Heiligenbronn.
Zum 150-jährigen Bestehen wurden in allen Bereichen die Pforten für Gäste geöffnet und die große Vielfalt der Angebote in den einzelnen Einrichtungen präsentiert. Vor einer großen Gläubigenschar von über 700 Personen wurde der große Tag mit einem Festgottesdienst auf der Wiese eröffnet. Der ständig zunehmende Besucherstrom konnte sich aufgrund des großflächigen Areals gut verteilen. Beim Reiterflohmarkt herrschte den ganzen Tag über reges Interesse und so manches Reiterutensil wechselte seinen Besitzer.
Gleich daneben bot Reittherapeut Martin Müller mit seiner Quarter-Stut "April" eine Zirkuslektion und weckte auf diese Weise in den Kindern die Freude an diesem Hobby.
Eine Runde nach der anderen drehte das Narrenzunftzügle mit Lokführer Hubert Dold und chauffierte unzählige Besucher zu den verschiedenen Attraktionen und Schauplätzen des Jubiläumstages. Wer lieber von oben einen Blick auf die Einrichtungen der Stiftung werfen wollte, der konnte dies bei einem kleinen Helikopterrundflug tun.
Weit über 1000 Besucher zählte die Jubiläumsausstellung "Von der Quelle bewegt" im Klosterhof. Hier konnten unter anderem Stationen des Klosterlebens sowie Aufschwung und Niedergang der Wallfahrt am Ende des Mittelalters nachvollzogen werden.
Ein wahres Paradies für Kinder war der Creativ-Garten mit Barfußpark, Mal- und Bastelecke. Während auf der Kulturbühne vor dem Elisabetha-Glöckler-Saal ständig etwas geboten wurde, fanden Besinnliches in der Hauskapelle ihren "Raum der Stille". Eine besondere, fast geheimnisvolle Atomosphäre herrschte in den dunklen Räumen im Haus "Lebensquell" in der dreiteiligen Ausstellung des peruanischen Künstlers Raul Castro. Über 250 Plastiken, die in ihrer eigenen Bildsprache Szenen aus dem Leben Jesu schildern, nehmen den Betrachter zur Begegnung mit Christus mit.
Auch der Lehrbienenstand des Imkervereins Schramberg war immer wieder im Fokus der Festbesucher. Dort gaben die Experten Einblick in die Arbeitswelt der Bienen, und das Suchen der farblich gekennzeichneten Königin war für alt und jung eine helle Freude.

von Lothar Herzog





Open-air im Klosterhof

Der italienischen Film "Nicht von dieser Welt" war  beim Start des Open-air-Kino am Donnerstag, 19.Juli in Zusammenarbeit mit den "Subiackokinos" zu sehen. Zwischen 250 und 300 Besucher kamen an diesem Abend.

Passend zum Film gab es eine Talkrunde um 20.30 Uhr mit Heiligenbronner Schwestern zum "Klosterleben heute", die gut besucht war.

Im Vorprogramm gab es an allen Tagen die Möglichkeit, die Jubiläumsausstellung zu besuchen. Jeweils um 19.30 Uhr und um 20.30 Uhr wurde eine Führung durch die Ausstellung angeboten.

Wie immer gab es zu Essen und Trinken, das von einer Gruppe der Stiftung St. Franziskus organisiert wurde.

"The Straight Story" am Freitag Abend lockte immerhin 130 Besucher an, die sich trotz drohenden Regens nicht abhalten ließen. Die mitgebrachten Regenschirme erwiesen sich als überflüssig. Immerhin funkelten zwischendurch einige Sterne am "Heiligenbronner Himmel" mit dem "Sternenhimmel" des Filmes um die Wette.

"Vitus", der Film für den Samstag musste leider wegen Dauerregens abgesagt werden. Die Helfer bekamen ihn als Trostpflaster im Subiaco Schramberg noch zu sehen.




Start zur ersten Filmvorführung


gut gefüllter Klosterhof


Stärkung vor dem Film




Besucher am Freitag


Blick in die Kirche


beim Film




Podiumsdiskussion zum Leben in Gemeinschaft



Auf dem Podium diskutierten: (von links) Dr. Dorothee Buchholz-Schmalz, Pater Anton Rotzetter, Moderator Martin Volz-Neidlinger, Martin Fahrner, Schwester Dorothea Thomalla und Steffen Andreae.


Kabarettist Cornelius Bisinger steuerte Songs zum schwankenden Schiff „Ecclesia“ und zur Ökumene bei.

Streitkultur und Beziehungspflege sind in jeder Gemeinschaft gefragt

Auf eine große Resonanz mit über 300 Besuchern stieß die Podiumsdiskussion zum Klosterjubiläum Heiligenbronn am 14. September. Zum Thema "Wieviel Gemeinschaft braucht der Mensch?"machte das zweistündige Rundgespräch viele Aspekte deutlich, die ein Leben in Gemeinschaft voraussetzen, von Fähigkeiten der Kommunikation bis zum Freiraum des Alleinseins.  

Die Veranstaltung von Marktplatz Kirche gemeinsam mit dem Kloster Heiligenbronn in Kooperation mit Volkshochschule und den Katholischen und Evangelischen Bildungswerken war aber auch geprägt von einer stilvollen, gemütlichen Atmosphäre im Elisabetha-Glöckler-Saal der Stiftung St. Franziskus. Die Besucher erhielten von der Wohngruppe Marienberg kleine Fischchen, die symbolhaft wie in der „Swimmy“-Geschichte zum Riesenfisch vereinigt wurden, und zur Erinnerung auch ein Holzfischchen mit nach Hause. Im Saal war ein Marktstand aufgebaut, an dem Schwestern Heiligenbronner Produkte anboten, aber auch Bücher der Podiumsteilnehmer Pater Rotzetter und Steffen Andreae. Das Publikum saß in Gesprächsgruppen im Saal, soweit nicht aufgrund des Andrangs zusätzlich gestuhlt werden musste.
Die Podiumsbühne mitten im Saal brachte die Gesprächspartner den Zuhörern ganz nahe. Zum Einstieg überraschte zunächst der Kabarettist Cornelius Bisinger das gespannte Publikum mit einem Plädoyer für die "Tugend der Einseitigkeit" auf dem schwankenen Schiff und sang das Lied "Wir sind das Schiff Ecclesia".  

Äußerst konzentriert verfolgten die Besucher dann ein abwechslungsreiches Podiumsgespräch unter der einfühlsamen Moderation von Diplom-Theologe Martin Volz-Neidlinger, Leiter der Stiftungs-Altenhilfe. Zur Frage des Abends machte er deutlich, dass es stets um die persönliche Antwort gehe: Wieviel Gemeinschaft brauche ich? Was die Gäste auf dem Podium dabei für Antworten leben und gelebt haben, was für Erfahrungen sie machten und für Schlüsse zogen, verfolgte das Publikum fast mucksmäuschenstill.  

„Was ich bin, bin ich durch andere“
Einen Einblick ins Innere ihrer Ordensgemeinschaften boten der Kapuzinerpater Dr. Anton Rotzetter aus der Schweiz und Schwester Dorothea Thomalla aus Heiligenbronn, die deutlich machten, dass auch die Gemeinschaft der steten Pflege bedarf, in ihr aber der Einzelne auch wächst. „Alles, was ich bin, bin ich durch andere geworden“, behauptete Pater Rotzetter. Der Mensch finde nur zu sich in der Gestalt der Beziehung, ohne in ein „existentielles Loch“ zu fallen. Es brauche aber auch die Einsamkeit im positiven Sinn, das tägliche „unverzweckte Dasein“, das er meditierend  täglich zweieinhalb Stunden praktiziere.    

Auch im Kloster sei Streitkultur und Beziehungspflege gefragt, unterstrichen Rotzetter und Schwester Dorothea. Zur Gemeinschaft, sagte die Franziskanerin, gehöre auch die Bereitschaft dazuzulernen, „mich zu ändern, zu wachsen, mich verändern zu lassen“. 24 Jahre in der Schwesterngemeinschaft, resümierte sie, hätten sie zu größerer innerer Freiheit geführt, zu menschlichem und geistlichem Wachsen. „Den andern als andern gelten zu lassen, ist eine ganz ungeheure Aufgabe“, meinte Pater Rotzetter.  

"Den Nächsten lieben wie sich selbst"
Direktor Martin Fahrner vom Wilhelmsstift in Tübingen steuerte die Ansätze zur Gemeinschaft in der Priesterausbildung bei sowie den theologischen Aspekt, dass Kirche ohne Gemeinschaft nicht denkbar wäre, wie es schon der Aufruf zur Nächstenliebe zeige. Das Jesus-Wort „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ deute schon auf die Grundspannung hin, dass es nicht um Selbstaufgabe gehe. Er verstehe Gemeinschaft als Prozess und ständiges Ausbalancieren.   Weggemeinschaften für Priester
Die Gottesdienst-Gemeinschaft der Kirche mache die Sehnsucht nach mehr, nach Gott deutlich. Die Priester würden auf das Gemeindeleben vorbereitet, in dem sie in Gefahr seien, zu Einzelkämpfern zu werden. Hier könnte die Bildung von priesterlichen Weggemeinschaften eine Stütze sein.  

"Kinder zu anderen Gemeinschaften befähigen"
Psychotherapeutin und Familienmutter Dr. Dorothee Buchholz-Schmalz brachte die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ins Spiel, aber auch die Rolle von ehelicher Partnerschaft. „Die Dosis macht’s“, meinte die Medizinerin zur gelungenen Partnerschaft, die richtige Mischung zwischen Nähe und Distanz. Mit Kindern lebe man noch in einer anderen Art von Gemeinschaft, in der noch besondere Rücksichtnahme notwendig sei. Kinder müssten aber auch aus der Gemeinschaft der Familie herauserzogen werden, für andere Gemeinschaften fähig werden. Am „Familienfest“ Weihnachten zeige sich oft die eigene Einsamkeit, die dann oft bitter spürbar werde.

Auf besonderes Interesse auch bei den anderen Podiumsteilnehmern stießen die Erfahrungen von Steffen Andreae aus seiner politischen Kommune, aus denen sich manche Querverbindungen zum Ordensleben ergaben. Seine Motivation für diese Gemeinschaft liege darin, unsere Gesellschaft zu ändern und einen anderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu erreichen. Aus der Tatsache heraus, dass in seiner Gemeinschaft gemeinsame Kasse gemacht werde, ergeben sich die ständige Notwendigkeit, die persönlichen Bedürfnisse zu diskutieren, was auch Verzicht mit sich bringe, wobei das Leben in einer Gemeinschaft letztlich mehr Gewinn als Verzicht bedeute. Die Gemeinschaft brauche Mensche, „die bereit sind, einen Teil ihrer Energie in die Gemeinschaft zu stecken, vor allem in die Kommunikation“.  

Gemeinsam diskutiert wurde die Frage der Altersversorgung in den verschiedenen Gemeinschaften und der Altersgrenzen für die Aufnahme in die Gemeinschaft. Steffen Andreae gab zu bedenken, dass ein Leben in Gemeinschaft nicht erst mit 65 Jahren gelernt werden könne. Es sei eine Frage an die Gesellschaft, wie man Gemeinschaftsfähigkeit lernen könne.  

"Von der Freiheit zur Verbindlichkeit"
Die Verbindlichkeit eines Eintritts wurde ebenfalls angesprochen. Pater Rotzetter forderte hier, nach der Emanzipation in die individuelle Freiheit nun als zweiten Schritt wieder Verbindlichkeit und Sinn zu finden.  

Fragen aus dem Publikum galten der Erledigung von Hausarbeit und der Zukunft der Gemeinschaften, wobei deutlich wurde, dass auch die Orden auf der Suche nach neuen Formen sind. Gefragt ist aber allgemein die Teilhabe an der Spiritualität der Gemeinschaften. Auch Steffen Andreae berichtete von einem großen Interesse Außenstehender an seiner politischen Gemeinschaft bis hin zur „Besichtigung einer Kommune“ durch Schulklassen. Auch auf seiner Wanderung nach Spanien, bei der er 14 alternative Gemeinschaften besuchte, auch christliche, habe er erfahren, dass im Grunde genommen alle an einem Strang ziehen würden.  

Natürlich blieben viele Fragen unbeantwortet. Das Kloster hat jedoch auf seiner Webseite eigens ein Forum eingerichtet, auf dem die Diskussion fortgeführt wird. Die Podiumsgäste nehmen daran teil und können auch direkt angefragt werden. Aus Sicherheitsgründen muss sich erst registrieren lassen, wer sich mit einem Beitrag oder einer Frage beteiligen möchte. Adresse www.kloster-heiligenbronn.de – Stichwort „Forum“.        

Ewald Graf

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Festakt zum 150-jährigen Bestehen

Programm des Festaktes

Grußworte während dem Festakt zum 150 -jährigen Bestehen des Klosters Heiligenbronn und der sozialen Einrichtungen.

Begrüßung durch Generaloberin Sr. M. Judith Kaupp

Begrüßung durch Vorstand Hubert Bernhard

Offizielle Pressemitteilung zum Grußwort von Bischof Dr. Gebhard Fürst

Grußwort von Sr. Pernela Schirmer, Dillingen

Grußwort von Sr. Mirjam Engst, Ordensrat der Diözese

Grußwort von Staatssekretär Hillebrand, Ministerium für Arbeit und Soziales, Stuttgart

Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Zinell, Schramberg

Grußwort des Metropoliten von Varna

Festvortrag von Pater Dr. Anton Rotzetter




gut gefüllter Elisabetha-Glöckler-Saal


vor dem Festakt


beim Sonnengesang


Festvortrag von P. Rotzetter


Musik-Förderzentrum Hören und Sprechen


beim gemeinsamen Mahl

Gäste aus der ganzen Diözese feierten am 15. September mit den Franziskanerinnen von Heiligenbronn bei Schramberg deren 150-jähriges Klosterjubiläum.
Als heutige Aufgabe des Klosters, in dem noch 67 Schwestern leben, bezeichnete Generaloberin Schwester Judith Kaupp das Mitleben mit Bewohnern, Schülern und Mitarbeitern der Stiftung St. Franziskus als geistliche Zelle, die Weitergabe des Glaubens an jung und alt und das stellvertretende Gebet und Leiden.
Hubert Bernhard, Vorstand der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn, nannte die „gute und tragfähige Beziehung zur Schwesterngemeinschaft als Grundlage des Erfolgs der Stiftung. Im stärker werdenden Verteilungskampf sollten nicht nur die bedacht werden, die „am lautesten schreien“, sondern auch die Menschen, die am stärksten auf Begleitung und Assistenz angewiesen seien.
Die 150 Jahre Kloster bedeuteten auch 150 Jahre soziale Arbeit, erinnerte Staatssekretär Dieter Hillebrand vom Sozialministerium in Stuttgart. Die Herausforderung der Zukunft liege hier im Ausbau des ambulanten Hilfesystems und einer ortsnahen stationären Versorgung.
In Heiligenbronn, sagte Bischof Dr. Gebhard Fürst, habe „lebendige Hoffnung wirklich Hand und Fuß bekommen“. Die Kirche brauche die Kraft und das Glaubenszeugnis der Ordensgemeinschaften. In der Nachfolge des Evangeliums seien die Franziskanerinnen von Heiligenbronn „menschenempfindlich und weltfreundlich“ geblieben.
Die Festansprache hielt der Schweizer Kapuzinerpater Dr. Anton Rotzetter und ging auf das Heiligenbronner Gnadenbild der Pieta ein. „Wir sind Maria“, folgerte Rotzetter aus dem Auftrag der Fleischwerdung: „Wir sind nicht nur Kinder Gottes, Gott ist auch unser Kind.“
In seiner Predigt zum Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche St. Gallus ging auch Bischof Fürst auf die Heiligenbronner Schmerzensmutter ein. Von diesem Bild und diesem Ort gehe große Kraft und Trost aus: „Der eigene Schmerz ist angenommen  und aufgehoben in dieser Frau.“ Zum Abschluss des Gottesdienstes erklang dann das Heiligenbronner Wallfahrtslied.

Ewald Graf

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Pressebericht zur Festansprache von P. Rotzetter

Der Schweizer Kapuzinerpater Anton Rotzetter überraschte die Festgäste im Elisabetha-Glöckler-Saal bei der Feier des 150-jährigen Klosterjubiläums von Heiligenbronn zunächst mit der Bitte, aufzustehen.
Bevor er seine Festansprache zur franziskanischen Spiritualität hielt, machte er kurzerhand angesichts der vielen Vorredner etwas Auflockerungsgymnastik mit den Zuhörern, damit sie seinen Ausführungen besser folgen könnten.
In seine Ansprache bezog der profunde Franziskus-Kenner auch die Heiligenbronner Geschichte mit ein. Rotzetter zeigte mit dem Gedicht „Wer ist ärmer als ein Kind?“ von Clemens Brentano die Motivation des Klostergründers David Fuchs auf, bezog sich aber genauso aufs Leitbild der Stiftung St. Franziskus und die neue Lebensregel der Ordensschwestern.
Der Sinn des dritten franziskanischen Ordens sei es gewesen, nicht nur die Armen fromm, sondern auch die Welt christlich zu machen. Der Name Maria, den jede Heiligenbronner Schwester trage, genauso wie das spätmittelalterliche Gnadenbild von Heiligenbronn seien Programm. Maria bedeute den Inbegriff von Kirche und Menschheit: „In uns so wie ursprünglich in ihr will Gott Fleisch werden. Wir sind nicht nur Kinder Gottes, Gott ist auch unser Kind.“ So rufe die Pieta die Fähigkeit des Mitleidens hervor: „das Leiden der Leidenden als eigenes Leiden zu erleben“, der Anteilnahme am Leiden der anderen über die eigenen Interessen hinaus. Franziskus wolle darüber hinaus das Leiden auch mildern und überwinden. Sein Rückzug aus der Gesellschaft war motiviert darin, auch selbst niemanden zu schädigen. Franziskus würde heute, folgerte der Pater, „aufhören, dem Leben, dem Klima, der Gerechtigkeit und dem Frieden zu schaden durch hemmungslosen Konsum und bedenkenlose Mobilität.“ Diese franziskanische Sensibilität für Ungerechtigkeit und Naturzerstörung würde er sich, bemerkte Rotzetter, in der heutigen franziskanischen Familie noch deutlicher wünschen. Dabei könnten Kirche und Orden von den Kommunen lernen, wie sie Steffen Andreae bei der Podiumsdiskussion von Marktplatz Kirche vorgestellt hatte, flocht Rotzetter ein, der selbst auch auf dem Podium gesessen hatte.

Ewald Graf







Vortrag über Stundengebet


Treffen mit Chorleitern und Sängern


Schwesternschola mit Rudi Schäfer
Liturgische Woche

aus einem Pressebericht von Ewald Graf zum Auftakt der "Liturgischen Woche" (07.11.07):

Auftakt zur Liturgischen Woche mit Pater Rhabanus  

Schramberg/Heiligenbronn.
Das Stundengebet als „Oase in der Wüste alltäglicher Hektik“ erlebt werden konnte zum Auftakt der Liturgischen Woche des Klosters Heiligenbronn, bei dem der Benediktiner Pater Rhabanus Erbacher aus Münsterschwarzach zu Gast war.
Die Liturgische Woche zum Abschluss des Klosterjubiläums begann mit einem Vortrag von Pater Rhabanus am Sonntag zum Stundengebet als „altem Gebetsschatz der Kirche“. Er selbst hatte daran mitgewirkt, dieser Form des klösterlichen Tagesgebets „eine auch in der Muttersprache singbare Form zu geben“. Die Bedeutung des Stundengebets, so Pater Rhabanus, liege darin, dass es regelmäßig und gemeinsam gebetet werde, „Tag für Tag“. Die 150 Psalmen, die im Verlauf von vier Wochen dabei vorgetragen werden, seien eine „Bibel im Kleinen“. Der ganze Mensch finde sich in diesen bis heute faszinierenden Texten wieder, auch in seiner Dunkelheit und mit seinen Fragen.
In der St. Gallus-Kirche feierten die Franziskanerinnen und Superior Rolf Oster dann eine feierliche Sonntagsvesper, bei der aus dem Antiphonale, dem Stundengebet der katholischen Kirche, gesungen wurde.

Praktische Einübungen in den Antiphon-Gesang nach den alten gregorianischen Melodien gab Pater Rhabanus am Montagabend Chorleitern und Sängern aus der Umgebung.

Einen Evensong nach dem anglikanischen Ritus feierten die Schwestern am Dienstagabend in der Wallfahrtskirche. Eine sechsköpfige Schwesternschola mit Chorleiterin Schwester Magdalena Dilger und begleitet von Kirchenmusikdirektor Rudi Schäfer aus Schramberg sowie Schwester Anna-Franziska Fehrenbacher an der Orgel gestalteten dieses Abend- und Nachtgebet musikalisch. Es erklangen lateinische und deutsche Psalm-Gesänge in eindringlicher und fein akzentuierter Melodik, auch ein englischer Hymnus. Der Lobgesang „Du bist das Licht“ war eigens von Rudi Schäfer vertont worden. Auch die Gemeinde war im Wechselgesang einbezogen. Pater Rhabanus erläuterte in seinem geistlichen Impuls das Abendlob als Innehalten und Erinnerung an die Vergänglichkeit und trug zum Nachtgebet einen heiter-besinnlichen Text vor über den Schlaf als dem segensreichen Gegenpol zur sorgenden Unrast des Tages. In die von Weihrauchspenden begleiteten Fürbitten wurden die Anliegen der Schwestern und Menschen von Heiligenbronn hineingenommen. Mit einem „Salve Regina“ klang der Evensong feierlich aus.

Die Liturgische Woche wird mit der Orgelnacht am Freitag, 9. November, ab 20 Uhr fortgesetzt.  


"Die große Stille"

Am Mittwoch, den 08. November fanden sich im Subiacokino in Schramberg 110 Kinobesucher ein, die den Film "Die große Stille" anschauen wollten. Die Besucher wurden im Namen von "Marktplatz Kirche" begrüßt. Der Film war die letzte Veranstaltung im Jahr 2007, das unter dem Thema stand: "Wie viel Gemeinschaft braucht der Mensch?"




Besucher


bei der Begrüßung


auf der "Späthorgel" wird bei der Orgelnacht gespielt

Orgelnacht



Chorraum Kirche St. Gallus


v.l.Hr.Hendel,Hr.Weil,Hr.Schäfer,Hr.Sanders


Trotz des massiven Wintereinbruches kamen zu Beginn der Orgelnacht um 20 Uhr immerhin um die 70 Besucher. Sie erlebten einen musikalischen Weg vom Morgen bis zur Nacht. Rudi Schäfer aus Schramberg begann mit dem Morgen. Das Erwachen aus der Nacht, das Morgendämmern über das Licht bis zum Te Deum wurden durch Texte und Musik dem Hörer zum Erlebnis.

Andreas Weil aus Ulm improvisierte über den Mittag. Die geschäftige Hektik des Tages mit dem Vielerlei an Arbeit und Aufgaben bis zur bleiernen Müdigkeit der Mittagsruhe kamen zum Ausdruck. Leitend war ein Hymnus aus der Mittagshore des Stundengebetes: "Die Glut des Mittags treibt uns um, die Stunden eilen wie im Flug, Du, Gott, vor dem die Zeiten stehn, lass uns ein wenig bei Dir ruhn.
Wir atmen fiebrig und gehetzt, der Streit flammt auf das rasche Wort; in Deiner Nähe, starker Gott, ist Kühlung, Frieden und Geduld."

Bernard Sanders aus Tuttlingen verstand es, die Abendstimmung dem Hörer nahe zubringen.

Rudolf Hendel aus Albstadt hatte die "Nacht" zum Thema. Der Weg ging von der Erinnerung an die Weihnachtsnacht über den Traum, das Nachtgebet der Kirche bis zur Osternacht - die Nacht, in der das Licht Christi alle Nächte dieser Welt erleuchtet.

Alle Musiker entlockten der Späthorgel aus dem Jahre 1926 Klänge, die selbst für die vertrauten Hörer dieser Orgel neu waren und zum Erlebnis wurden.

Die Orgelnacht wurde beschlossen mit dem Nachtgebet der Kirche - der Komplet - und einer kleinen Improvisation der vier Musiker zum "Salve Regina".

hier das Programm der Orgelnacht


Choralamt zum Hochfest des hl. Martinus

Zum Abschluss der "Liturgischen Woche" gestaltete die Gregorianikschola aus Schramberg das Choralamt musikalisch mit zum Hochfest des Diözesanpatrons der Diözese Rottenburg-Stuttgart, des hl. Martin von Tours. Die Orgel spielte Sr. M. Anna-Franziska Fehrenbacher

Die Kraft dieser alten gregorianischen Gesänge sei heute spürbar geworden, dankte Superior Rolf Oster am Ende des Gottesdienstes der Schola.




Gregorianikschola Schramberg


rechts Rudi Schäfer


die Schola in Aktion




Eröffnung der Historischen Ausstellung "Von der Quelle bewegt" im Schramberger Schloss

Jubiläumsausstellung ins Schramberger Schloss gewandert

Klosteranfänge in schwerer Zeit
Schramberg. Über die Weihnachtszeit bis zum Sonntag, 20. Januar 2008, ist die Jubiläumsausstellung zur Geschichte Heiligenbronns „Von der Quelle bewegt“ noch im Schramberger Schloss zu sehen. Das dortige Stadtmuseum zeigt die Heiligenbronner Schau zum 150-jährigen Klosterjubiläum zur Geschichte der Wallfahrt, des Klosters und seiner sozialen Einrichtungen noch einmal in komprimierter und von Historiker Ulrich Windhab neu zusammengestellter Form im Balkonzimmer und seinen Nebenräumen.

Kaufbrief von 1385 ältestes Dokument
Ältestes Dokument ist der Kaufbrief des Bruders Konrad von 1385, in dem Heiligenbronn erstmals namentlich erwähnt ist („zum Heiligen Brunnen“), vom Grafen von Bissingen zur Verfügung gestellt, die einst im Schramberger Schloss residierten. Der Bogen reicht wiederum von der mittelalterlichen Wallfahrt über die Klostergründung, Schulen, Werkstätten und Landwirtschaft bis zur Gegenwart – sogar das Jubiläumsjahr wird schon thematisiert. Das Heiligenbronner und das Stadtmuseums-Team haben unter Regie Windhabs wiederum eine informative und übersichtliche Präsentation erarbeitet mit interessanten Szenerien.

Die Ausstellungseröffnung am 25. November im Foyer des Schlosses wurde musikalisch umrahmt von Manfred Hausmann aus Heiligenbronn mit Werken aus der Zeit des Klostergründers David Fuchs und der Familiengruppe Marienberg aus Sulgen, die Fischchen als Gemeinschaftssymbole verschenkte.

Oberbürgermeister Zinell begrüßte die zahlreichen Gäste und erinnerte an die Klosteranfänge in einer Zeit, als im Schwarzwald bittere Armut herrschte und David Fuchs und die Schwestern die Rettungsanstalt in Heiligenbronn gründeten, um der Verwahrlosung von Kindern vorzubeugen. Dieser geistlichen und sozialen Initiative seien die Schwestern bis heute treu geblieben. Wie Zinell ankündigte, „haben sich die Ausstellungsmacher einiges einfallen lassen, um Geschichte lebendig darzustellen“.

Generaloberin Schwester Judith Kaupp begrüßte für Kloster und Stiftung. Zwei neue Abgüsse des Sandsteinreliefs von 1623 in der Heiligenbronner Klosterfassade, Wahrzeichen der habsburgischen Herrschaft in der Raumschaft Schramberg, wurden an die Stadt Schramberg und Historiker Ulrich Windhab überreicht. Schwester Judith hoffte schließlich, dass die Quelle in Heiligenbronn als unterirdische „Pipeline“ nach Schramberg fließe und alle Besucher der Ausstellung erfrische, wofür die Schwestern mit einem Gnadenwassertransport auch sorgen.

Zur Einführung warfen Ulrich Windhab, Schwester Agnes Löber und Monika Schuhmacher ein paar Schlaglichter auf „Heiligenbronn damals und heute“ mit Texten zu Selbstverständnis und Strukturen vor 150 Jahren und heute.

Ewald Graf



Herr Windhab mit dem Habsburger Wappen


Manfred Hausmann am Klavier


bei der Führung